Holziken

Kröten und Frösche haben den trockenen Sommer überlebt

Der Zustand der Teichböden gibt zu denken: Durch Trockenrisse könnten sie undicht werden.

Simon Lüscher, Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Holziken, ist hoch erfreut: «So viele Leute hatten wir noch kaum.» 19 Personen verzichten am Samstagmorgen aufs Ausschlafen. Um acht Uhr sind sie bereit zum Arbeiten. Das Wetter stimmt.

Die Weiher Kiesgrube und den Bachtalenweiher haben sie sich vorgenommen. Grob gesagt geht es darum, Schilf, Brombeeren und andere Sträucher wie den Sommerflieder zu mähen, Neophyten zu entfernen, die Weiher zu säubern.

Knapp die Hälfte fährt mit Kurt Eberhard zum Bachtalenweiher bei der ARA Uerkheim. «Wir habens mit Förster Urs Gsell angeschaut», sagt er. Mehr Licht! Nicht nur das Schilf muss weg, auch die Erlen am Rand des Weihers. Und das Bild ändert sich rassig.

Eberhard fällt mit der Motorsäge die Bäume – die dicken Rugel nimmt er zum Heizen nach Hause. Manfred Lüthi in Fischerkluft mäht auf der Insel das Schilf, derweil seine Söhne Severin (13) und Marvin (11) den Abfluss freimachen und Äste stapeln. «Ich arbeite gerne in der Natur», sagt Severin, «und möchte auch einen Beruf in der Natur lernen.»

Bänke entdeckt

Andere sind mit Sense oder Motorsense unterwegs. Brombeeren, Haselstauden: Die Sträucher haben gewuchert, denn vor einem Jahr wurde dieser Weiher wegen Arbeitskräftemangels nicht geräumt. Und was kommt zum Vorschein? Nicht nur eine Aludose, auch zwei vermooste und halbmorsche Bänke. «Es gibt zwei neue Bänke», weiss Kurt Eberhard. Der Schwarzdorn bleibt stehen: etwas für die Vögel. Bereits nach einer Stunde zeigt sich der Weiher befreit. Erstmals dabei ist Neuzuzüger Beat Schneeberger. «Kontakt mit den Leuten finden, das ist eine gute Gelegenheit dazu», sagt der Enkel eines Försters. Ihn interessiert auch die Natur, besonders die Vögel.

Bei den Weihern Kiesgrube – einer ist völlig ausgetrocknet, ein anderer mehr Sumpf als Teich – ist die zweite Gruppe am Auslichten. Die Trockenheit im Sommer hatte zum Glück wenig Einfluss auf die Population der Teichbewohner wie Erdkröten, Grasfrosch und Geburtshelferkröten. «Die Tiere hatten im Frühjahr bis zur Sommermitte genügend Wasser», sagt Simon Lüscher. Jedoch könne es sein, dass die Naturteiche durch die Trockenrisse undicht würden.

Sommerflieder. Dekorativ sind sie, die Samenstände der mannshohen Disteln. Trudy Lüthy schneidet sie ab, obwohl die Vögel gewiss Interesse daran hätten. Es geht darum zu verhindern, dass die Disteln Überhand nehmen. Die Stiele lässt sie stehen, daran können die Vögel schaukeln.

Kuhfladen

Woher kommen die Kuhfladen? Rinder und Ziegen weiden hier, doch ganz werden auch die Ziegen den Brombeeren nicht Herr. Hans Lüthy und Fredy Baumann entbuschen mit der Motorsäge. «Es gibt Amphibien, die offene Flächen brauchen», weiss Hans Lüthy. Frösche, Kröten, Unken. Während diese Tiere früher ausweichen konnten, wenn ein Gebiet zuwuchs, muss man heute eingreifen, um ihren Lebensraum zu erhalten. Lebensräume bieten auch die Haufen, wo das Geschnittene deponiert wird. Ausser den Neophyten, die werden in Kehrichtsäcken der Verbrennung zugeführt. Gegen Mittag ist Schluss mit der Arbeit: Beim Waldhaus warten Steak und Brot, Kuchen und Kaffee.

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