Unterkulm
Kreative Körperarbeit für Kultursponsoren

Die Kultursponsoren hatten gut lachen. Anne Klinge bot mit Händen und Füssen verblüffende Kleinkunst. Und ein feines Essen gabs obendrein.

Peter Weingartner
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Anna Klinges Fuss wird zum Kopf. So erzählt sie Geschichten.

Anna Klinges Fuss wird zum Kopf. So erzählt sie Geschichten.

wpo

Die Sponsoren der Kulturregion Kukuk Oberkulm, Unterkulm und Teufenthal investieren profitabel. Für mindestens 100 Franken erhalten sie einen Sponsorenabend, an dem sie erst noch verköstigt werden. Und zwar mit Begleitung. Wie geht das auf? Präsidentin Katharina Woodtli weist darauf hin, dass Kukuk auf «eine sehr treue Kundschaft» zählen kann.

Sie besuchen die Veranstaltungen. Zehn Anlässe organisiert der Verein jedes Jahr, und da gibts für Sponsoren keine Vergünstigungen, abgesehen von zwei Getränke-Gutscheinen.

Die Rechnung geht offenbar auf. «Die Hälfte der Sponsoreneinnahmen wird in die Anlässe investiert; die andere Hälfte fliesst in den Sponsorenabend», sagt die Präsidentin. Da wartet eine kulturelle Überraschung. Am Freitag zeigte Anna Klinge amüsante Kurzstücke. Auf einem Tisch liegend lässt sie Füsse und Hände sprechen.

«Die Männerriege hat sicher ein paar Ideen erhalten», scherzt Sponsor Hansjörg Elsasser nach dem ersten Programmteil auf dem Weg zur Fassstrasse, wo Salat, Würste und Rösti warten.

Fussdramen mit Messer

Anna Klinges Hand- und Fusstheater verblüfft. Da bekommen Füsse eine Nase und eine Perücke, und sie beginnen zu leben. Wer hätte der Fusssohle dieses mimische Repertoire zugetraut! Der Unterschenkel wird zum Teleskop-Hals oder Unterleib. Anna Klinge erzählt im Zusammenspiel mit ihren Händen und musikalisch untermalt Geschichten, meist ohne Worte, aber eindeutig, zuweilen frivol.

Wahre Dramen spielen sich da ab. Als auch der zweite Fuss zum menschlichen Wesen mutiert, scheint sich eine Liebesgeschichte zu entfalten. Denkste: Das Spiel unter der Bettdecke ist nicht das Happy End; es kommt zum Messermord.

Rund 110 Personen erlaben sich an einem köstlichen Mahl. Das Dessertbuffet kommt besonders augenfällig dem Motto des diesjährigen Abends, «niedlich» heisst es, nach. Neckische kleine Leckereien vom Mousse über Gebäck und Whisky-Truffes bis zu Eis und Mohrenköpfen finden Platz in Sponsorenmagen, nachdem Anna Klinge in ihrem zweiten Programmteil erneut für Schmunzeln gesorgt hat.

Da erigiert ein Finger, eine Katze landet in der Pfanne, und am Herd wird die hausfrauliche Multitasking-Fähigkeit strapaziert. Das Telefon klingelt, und ein heisses Bügeleisen klatscht ans Ohr. Des Fusses.

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