Reinach

Kostspieliger Traum vom Aufstieg

Der SC Reinach mit Mike Gautschi (Nummer 87) und Claudio Hug (Nummer 88) fuhr der Konkurrenz bisher um die Ohren.

Der SC Reinach mit Mike Gautschi (Nummer 87) und Claudio Hug (Nummer 88) fuhr der Konkurrenz bisher um die Ohren.

Die 3.-Liga-Eishockeyaner dominieren ihre Gruppe. Ob sie bei einem allfälligen Gruppensieg die Aufstiegsrunde bestreiten, ist allerdings noch offen. Es geht um Geld. Geld, das noch nicht vorhanden ist.

Die Zahlen lesen sich eindrücklich. Sechs Meisterschaftspartien haben die Reinacher Eishockeyaner bisher absolviert. Jedes Mal gingen sie als Sieger vom Feld. Am vergangenen Wochenende wurde der HC Fischbach-Göslikon gleich mit 11:3 wieder nach Hause geschickt. Vieles deutet darauf hin, dass die Reinacher auch Ende Saison ganz vorne rangiert sein werden. Man kann sogar davon ausgehen, dass der Gruppensieg – und die damit verbundene Qualifikation für die Aufstiegsspiele – zwischen dem aktuellen Leader Reinach und dem Tabellenzweiten Wohlen ausgemacht wird.

Die Fans freuen sich schon jetzt auf den 9. Januar 2016, wenn in der Eishalle Oberwynental der entscheidende Spitzenkampf stattfindet. Wer nach jener Partie die Tabellenspitze innehat, wird wahrscheinlich auch nach allen 14 Qualifikationsrunden oben stehen.

Familiensache Gruppensieg

Thomas Siegwart (45) steht bei den Reinachern in der dritten Saison an der Bande. Sein Eishockey-Abc lernte er damals in den 1970er-Jahren in Wohlen und spielte dort auch in der 1. Mannschaft. Doch nicht nur deshalb verspricht das Duell mit den Freiämtern um die Vorherrschaft in der Zentralschweizer 3.-Liga-Gruppe 5 Brisanz. Bei Wohlen ist seit dieser Saison Siegwarts um vier Jahre jüngerer Bruder Patrick Spielertrainer. Man kann also davon ausgehen, dass einer der beiden Siegwarts mit seiner Mannschaft den Gruppensieg erreichen wird. Und damit das Ticket zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen in die 2. Liga.

Doch mit aller Vehemenz drängen weder Wohlen noch Reinach ins Oberhaus. Denn ein Aufstieg wäre für den Verein ein finanzieller Kraftakt. Aus Reinacher Sicht hiesse dies: In der 2. Liga müsste man für alle Akteure im Kader, die nicht in Reinach ausgebildet worden sind, Geld an deren Stammvereine überweisen. Je nach Ligazugehörigkeit jener Klubs variieren die Beiträge stark. «Wir haben rund zehn fremde Spieler in der Mannschaft», so Thomas Siegwart, «das wäre für den Klub kaum bezahlbar».

Geldsorgen wegen «Flomi»

Jüngst bekannt wurde, dass mit dem «Flomi» eine bewährte Finanzquelle versiegt. Per 19. Dezember wird der Verkauf von Occasionsartikeln an der Unterwerk-strasse wegen stetig sinkender Umsätze eingestellt. «Viele 10 000 Franken flossen über die Jahre in die Kasse des SC Reinach», so Präsident Stefan Frank. Laut Trainer Siegwart ist jedoch ein wenig Licht am Finanzhimmel ersichtlich. Man habe mit potenziellen neuen Sponsoren «gute Gespräche» geführt. So oder so: Mit der Entscheidung, ob sie sich beim Verband für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen anmelden sollen oder nicht, können sich die Verantwortlichen von Reinach und Wohlen noch ein wenig Zeit lassen. Ende Januar 2016 ist Deadline. Letzte Saison lehnten die Wohler übrigens als Gruppensieger die Teilnahme dankend ab. Aufsteigen wollte damals niemand.

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