Hirschthal/Holziken
«Kontraproduktiv und nutzlos» – WSB-Haltestelle wird nicht umgetauft

Der Holziker Gemeinderat hat dem Hirschthaler Gemeinderat vorgeschlagen, die WSB-Haltestelle in «Hirschthal-Holziken» umzubenennen. Doch dieser will keinen neuen Namen für die Haltestelle.

Christine Fürst
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Ginge es nach der Gemeinde Holziken, hätte die Hirschthaler WSB-Haltestelle bald «Hirschthal-Holziken» heissen müssen. Pascal Meier

Ginge es nach der Gemeinde Holziken, hätte die Hirschthaler WSB-Haltestelle bald «Hirschthal-Holziken» heissen müssen. Pascal Meier

Pascal Meier

Die Haltestelle der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) liegt zwar auf Hirschthaler Boden, doch sie wird auch von vielen Holzikern benutzt, denn sie liegt nur wenige Gehminuten vom Dorf entfernt.

Von Holziken bis Hirschthal seien es nur einige hundert Meter, sagt der Holziker Gemeindeammann Peter Lüscher. «Weil ein freies Feld zwischen diesen beiden Dörfern liegt, nehmen es wahrscheinlich viele Besucher als weiten Weg wahr.»

Was braucht es für eine Namensänderung?

In der Verordnung über die geografischen Namen ist geregelt, wie Namen von Stationen festgelegt werden. Auf Gesuch der Standortgemeinde, des Transportunternehmens oder des Kantons beim Bundesamt für Verkehr (BAV) wird eine Namensänderung geprüft. Nach einer Anhörung entscheidet das BAV über die Namensgebung, gegen diesen Entscheid kann Beschwerde eingelegt werden. Sollte der Namen einer Station geändert werden, müsste laut Auskunft der Abteilung Verkehr des Kantons Aargau Folgendes angepasst werden: die elektronischen Systeme des öffentlichen Verkehrs, das Kursbuch, die Internetfahrpläne und Apps etc., diverse Beschriftungen an und in Fahrzeugen sowie bei Haltestellen entlang der betroffenen Linien, das Liniennetz des Tarifverbundes sowie auch Wegweiser von zum Beispiel von Wanderwegen. (cfü)

Holziken im WSB-Einzugsradius

Weil Holziken im Einzugsradius der WSB-Haltestelle in Hirschthal liegt, muss sich die Gemeinde an den für die Haltestelle anfallenden Kosten des öffentlichen Verkehrs beteiligen. Jährlich sind dies rund 34 000 Franken.

Deshalb hat der Holziker Gemeinderat zusammen mit dem Gemeinderat Hirschthal geprüft, ob eine Umbenennung der Haltestelle in «Hirschthal-Holziken» sinnvoll wäre.

Der Holziker Gemeinderat ist der Meinung, dass sich dieser neue Name positiv auf ihre Gemeinde auswirken würde. Weil Hirschthal jedoch die Standortgemeinde ist, musste Holziken zuerst die Gemeinde Hirschthal hinter sich wissen, um überhaupt weitere Abklärungen bezüglich Kosten und Planung zu machen.

Hirschthal sagt Nein

Doch der Gemeinderat Hirschthal sagt nun Nein zu einem neuen Namen für die WSB-Haltestelle. Diesen Entscheid bedauert Peter Lüscher: «Als Holziker hätte man mit dem neuen Namen das Gefühl gehabt, auch eine Haltestelle zu haben, einfach nicht auf Gemeindeboden.»

Die Kosten der Änderungen, die der neue Name mit sich gebracht hätte, wäre Holziken bereit gewesen, zu übernehmen. «Doch wenn es zu teuer gekommen wäre, wäre nicht sicher gewesen, ob das Projekt überhaupt umgesetzt worden wäre», sagt Lüscher. Doch nun könne der Gemeinderat nichts mehr machen, als den Entscheid aus Hirschthal zu akzeptieren.

«Kontraproduktiv und nutzlos»

Warum sagte der Hirschthaler Gemeinderat Nein zur Namensänderung? «Aus unserer Sicht ist diese Namensänderung nicht nur nutzlos, sondern auch kontraproduktiv», sagt Peter Stadler, Ammann von Hirschthal.

Nutzlos, weil die öV-Benutzer aus Holziken mit den örtlichen Verhältnissen bestens vertraut und auf eine Ergänzung der Beschriftung nicht angewiesen sind. Kontraproduktiv, weil sie auswärtige Reisende dazu verleiten könnte, in Hirschthal auszusteigen und dann ohne Anschluss dazustehen.

Den Weg vom Hirschthaler Bahnhof ins 800 Meter entfernte Holziker Zentrum müssten sie zu Fuss gehen, denn einen Busanschluss gibt es nur in Schöftland.

Stadler ist sich sicher, dass die Namensänderung deshalb keinen praktischen Nutzen hat und niemandem etwas bringt.

Es gehe dem Gemeinderat nicht darum, dass man den Namen Holziken nicht an der Hirschthaler Haltestelle sehen wolle, aber man müsse in der ganzen Thematik vor allem an die Besucher, die sich mit der Situation vor Ort nicht auskennen und allenfalls fehlgeleitet würden, denken. Mit dem Nein aus Hirschthal wird die Haltestelle ihren alten Namen behalten.