Wynental
Kontinuität – und keine Politkämpfe zwischen Parteien mehr

Für sieben der neun Wynentaler Gemeinden, die zum az Ressort Wynental-Suhrental gehören, sind die Gemeinderatswahlen für die Amtsperiode 2014-2017 Geschichte. Analyse zu den Gemeinderatswahlen im Wynental

Peter Siegrist
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Der Blick ins Wynental. Von Schwarzenbach LU in Richtung Norden. Im Vordergrund Menziken und Reinach. Peter Siegrist

Der Blick ins Wynental. Von Schwarzenbach LU in Richtung Norden. Im Vordergrund Menziken und Reinach. Peter Siegrist

In Burg, Menziken, Reinach, Leimbach, Gontenschwil, Zetzwil und Teufenthal sind alle Gemeinderatssitze besetzt und jede Gemeinde hat einen Ammann und einen Vizeammann gewählt. In fünf Gemeinden trat der Gesamtgemeinderat wieder an und liess sich für eine weitere Amtsperiode wählen. Es galt Kontinuität statt Aufregung und Politkämpfe.

In Oberkulm und Unterkulm jedoch blieben nach den Wahlen Sitze in der Exekutive leer. In Oberkulm fehlen ein Gemeinderat und der Vizeammann. Vizeammann Roger Schmid war irrtümlicherweise nicht angemeldet worden, er hat jetzt mit einem Flugblatt öffentlich bekundet, dass er für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung steht.

In Unterkulm sind noch zwei Gemeinderatssitze zu besetzen. Aus dem Gemeindehaus tönt es optimistisch, wurden doch bereits Anmeldeformulare abgeholt. Sie seien frohen Mutes, lässt sich der Gemeindeschreiber zitieren.

Ein Blick auf die neun Gemeinden offenbart, die Zeiten, wo sich die Ortsparteien einen echten Wahlkampf lieferten und alles daran setzten ihre Kandidaten in die Behörde zu bringen, sind vorbei. Wer erinnert sich noch an den Politkrimi in Reinach, als vor über 20 Jahren ein SP-Kandidat nicht gewählt wurde und das Klima zuerst hitzig, dann frostig war? Die SP verliess damals sämtliche Kommissionen und begab sich in die Opposition.

Heute ist es ruhiger geworden im Tal. Es kam in keiner Gemeinde zu einem Wahlkampf. Alle sind offensichtlich froh, wenn sich jeweils fünf Personen finden, die bereit sind, sich in der Exekutive zu engagieren. Den Parteien bleibt die Aufgabe, bei der Kandidatensuche aktiv mitzuhelfen und Leute zu portieren.

In den neun Wynentaler Gemeinden besetzt die SVP zehn Sitze, die FDP sieben und die SP deren vier. Je ein Sitz geht an die Grünen, das Polit-Forum Menziken und an die SLB. Die übrigen 19 Gemeinderäte sind parteilos, Tendenz steigend.

Parteipolitik spielt immer weniger eine Rolle. Sie seien schlicht gewählt, um Lösungen für die Gemeinde zu erarbeiten, tönt es fast unisono bei Behördemitgliedern.

Der jüngste Gemeinderat im Wynental ist 30 Jahre alt, der älteste, ist 70, der Schnitt liegt bei 53 Jahren. Da hat sich etwas geändert. Immer weniger jüngere Leute können oder wollen die zeitliche Belastung nebst Arbeit und Familie auf sich nehmen, um in einer Behörde mitzuarbeiten. Und bei vielen jungen Menschen fehlt das Interesse für die politischen Prozesse, sie nehmen die Chance, mitzugestalten gar nicht wahr. Sie fehlen im Wynental, die engagierten Jungen, die vielleicht aufmüpfig und unbequem sind, die aber im Grunde genommen nichts anderes wollen, als mitsteuern. Kontinuität ist gut, aber das Feld den Älteren überlassen geht auf die Dauer nicht auf.

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