Menziken

«Kommt ein nächster Anbieter, schlagen wir zu»: Blanko-Lizenz für Landverkauf

In Menziken werden in den nächsten Jahren noch mehr Wohn- und Gewerbegebäude gebaut.

In Menziken werden in den nächsten Jahren noch mehr Wohn- und Gewerbegebäude gebaut.

Die Gmeind Menziken soll eine Ermächtigung für ein Geschäft sprechen, bei dem 6,7 Mio. Franken winken könnten. Es handelt sich um drei Parzellen im Gebiet Bifang-Bromen. Es sollte nur an einen Bauherrn verkauft werden, der einen Gewerbebetrieb hinstellt.

Die Gemeinde Menziken ist äusserst aktiv im Landhandel tätig. Voriges Jahr verkaufte sie für 3,3 Millionen Franken das ehemalige Kiesabbaugebiet «Hamburggrube». Auf dem heutigen Bauland an der Grenzstrasse (die Grenze zwischen Menziken und Burg) von 9300 Quadratmetern sollen bald die ersten Bagger auffahren, um eine Grossüberbauung zu errichten.

Es war ein langer Weg, bis es so weit war. Den ersten Segen zum Landverkauf hatte bereits die Menziker Sommergmeind 2013 gegeben.

Gewerbebetrieb soll hingestellt werden

Am 4. November wird den Menzikern erneut beantragt, dem Verkauf eines Stück Landes zuzustimmen. Es handelt sich um drei Parzellen im Gebiet Bifang-Bromen, das seit 2004 der Gemeinde gehört. Das Areal befindet sich unterhalb des Spitals Menziken. Kaufen tat man es damals, weil die Gemeinde Einfluss nehmen wollte auf künftige Bauprojekte.

Es sollte nur an einen Bauherrn verkauft werden, der einen Gewerbebetrieb hinstellt, um für Menziken Arbeitsplätze zu schaffen. Anfragen für Wohnüberbauungen oder Warenlager gab es in der Vergangenheit auch, der Gemeinderat möchte aber das Areal, das bereits von Industrie eingesäumt ist, für einen Generator von Arbeitsplätzen offenhalten.

Zuschlagen, wenn der nächste Anbieter kommt

Das Gebiet wurde seit dem Erwerb durch die Gemeinde nie erschlossen. Nun möchte der Gemeinderat eine Blanko-Ermächtigung von seinen Stimmberechtigten, um das Land einem geeigneten Interessenten zügig verkaufen zu können. Denn, so erklärte es Gemeinderat Andreas Mäder in einer Infoveranstaltung, wenn ein Gewerbebetrieb dem Gemeinderat gegenüber sein Interesse an den drei Parzellen bekunde, könnte die Zeit zu knapp sein, um auf ein Ja der nächsten Gmeind zu warten.

So sind bereits Bauherren auf die Gemeinde zugekommen, haben sich aber wieder zurückgezogen, weil es ihnen mit Bauen eilte. «Wenn ein nächster Anbieter kommt, wollen wir zuschlagen», sagte Mäder an der Info. Der Gemeinderat hat auch den marktüblichen Verkaufspreis berechnet, soweit dies möglich ist. Lässt man das Areal unerschlossen, so würde es der Gemeinde 1,3 bis 1,9 Millionen Franken einbringen. Würde man es erschliessen, so ist mit zwischen 5,6 und 6,7 Millionen Franken zu rechnen.

Der letzte Spickel Land auf das Schulhausareal

Nebst einer Verkaufermächtigung soll die Wintergmeind auch eine Kaufermächtigung genehmigen. Es handelt sich um die Parzelle, auf der das Restaurant Rosengarten steht und die nahe bei Schul- und Gemeindehaus und Kirche ist. Sie gehört einer Erbengemeinschaft, die nun verkaufen will. Mit dem Kauf würde das ganze Areal der Gemeinde und Kirche gehören. 980'000 Franken soll die Gmeind dafür sprechen. Dies sei für Menziken ein guter Preis, sagte Ammann Erich Bruderer an der Info, den die Verkäufer hätten auch höhere Angebote erhalten.

Schwarze Null für 2021

Der Restaurantbetrieb sei interessant für Menziken, da nun Oberstufenschüler der Kreisschule aargauSüd aus anderen Dörfern hier zur Schule gingen, sagte Andreas Mäder. Manche von diesen würden gerne vom Angebot des Mittagstisches Gebrauch machen. Das Restaurant über Mittag hierfür zu nutzen, sei eine von mehreren Möglichkeiten, wie die Liegenschaft genutzt werden könne. Eine andere sei, die Parzelle als Werkhofstandort zu verwenden. Der bestehende weist Asbestrückstände auf und muss saniert werden.

Weiter müssen die Menziker über 105'000 Franken zur Fusionsabklärung mit Burg abstimmen. Über die eigentliche Fusion soll im Herbst 2021 entschieden werden. Vielleicht müsse nach einer Fusion zum Ritter Menzo noch eine Burg auf das Wappen gemalt werden, so Bruderer. Für 2021 budgetiert ist eine schwarze Null. Wegen Corona ist vorsichtig budgetiert worden. Der Steuerfuss bleibt mit 118 Prozent gleich wie im Vorjahr.

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