Geht es nach der Aktiengesellschaft «Windrad uf em Chalt AG», das sind Nik Walther und Ruedi Müller aus Staffelbach, sollen zwei Windräder aufgestellt werden – beide im Wald: Eins auf der Reitnauer Stockrüti und eins auf dem Chalt, auf Staffelbacher Gemeindegebiet. Ein dritter Standort in Reitnau kann wegen der Nähe zu einem Lager von Notaggregaten für Atomkraftwerke im Feldlimoos nicht bebaut werden. Der kantonale Richtplan sieht vor, dass «in der Regel» mindestens drei Windräder miteinander aufgestellt werden. Das Suhrental würde hier eine Ausnahme machen. Doch so weit ist es noch nicht.

Initiant Nik Walther zeigte die ausgesteckte Stelle im Wald: Man konnte sich ein Bild machen. Um den Kran zu stellen und als Lagerfläche für die Teile der Anlage sind 6000 Quadratmeter Fläche nötig. Allein ein Rotorblatt wiegt 27 Tonnen. Für den Betrieb ist eine Fläche von 2000 Quadratmetern nötig. 24 Meter beträgt der Durchmesser des Turmfundaments. Und ein Rotorblatt misst 70 Meter; der Durchmesser 141 Meter. Die Nabenhöhe ist auf 159 Metern. «Mit beiden Turbinen könnte der Stromverbrauch von Reitnau, Attelwil, Staffelbach und Wiliberg gedeckt werden», sagte Walther. Allerdings wird der Windstrom nicht regelmässig produziert. So fielen zwei Drittel im Winter an, wenn die Photovoltaik weniger Sonnenstrom als im Sommer liefert.

Der Abstand zu den nächsten Siedlungen beträgt 700 Meter. Zur Erinnerung: Auf der anderen Tal- und Kantonsseite, in Triengen, hat die Bevölkerung eine Gemeindeinitiative, die just diesen Mindestabstand gefordert hat, angenommen. Das hat Konsequenzen für den geplanten Windpark Kirchleerau/Kulmerau. Dort müsste nun ein Windrad in den Wald zu stehen kommen, um diese Bedingung zu erfüllen.

Ortsbürger müssen Ja sagen

In Reitnau müssen die Ortsbürger als Besitzer des Waldstücks ihr Einverständnis geben. Zudem braucht es in Reitnau und Staffelbach Umzonungen und für das Baugesuch die Zustimmung der beiden Gemeinden und des Grossen Rates. Mit Reitnau und Staffelbach sind die Initianten im Gespräch. «Im Idealfall ist die Umzonung in Reitnau bis in 1,5 Jahren vollzogen», sagt Nik Walther. In Staffelbach sollte es schneller gehen. Falls Reitnau quer stehe, sei auch nur ein einziges Windrad, das am Standort Altrüti, denkbar.

Markus Nussbaumer von der «Interessengemeinschaft Lebensqualität Oberes Suhrental», erklärter Gegner des Projekts, berief sich auf Studien, die die Schädlichkeit des Infraschalls (Töne unter 15 Hertz) für die Gesundheit belegten. Auch kämen Länder wie Dänemark von der Windenergie weg. Er stellte die Effizienz infrage. Zudem finde die Kühlung der Erdoberfläche nicht mehr ausreichend statt, wenn man den Wind nutze. Er erntete einige Zwischenbemerkungen. «Mein Problem ist Gösgen», sagte ein Besucher der Veranstaltung.

Standortbesichtigung: Am 29. September kann der zweite Standort Altrüti (Gemeinde Staffelbach) besichtigt werden. Treffpunkt: 18.30 Uhr, ehemaliges Restaurant Kalthof.