Kölliken
Kölliken feiert 1150 Jahre – Alt-Ammann erinnert sich an Meilensteine

Die Gemeinde Kölliken feiert einen runden Geburtstag. Willi Hochuli war 20 Jahre Gemeinderat, ehe er Ammann wurde und dieses Amt noch ganze 12 Jahre lang innehatte. In dieser Zeit hat er einiges miterlebt.

Christine Fürst
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Willi Hochuli ehemaliger Ammann von Kölliken: «Wir hatten einen Radio und im Winter bildeten sich an den Fenstern Eisblumen.»

Willi Hochuli ehemaliger Ammann von Kölliken: «Wir hatten einen Radio und im Winter bildeten sich an den Fenstern Eisblumen.»

Christine Fürst

Es war das Jahr 864 nach Christus und es gilt als das Jahr, in welchem Kölliken erstmals urkundlich erwähnt wurde. Bereits im Mittelalter gab es im Dorf eine Schmitte, eine Taverne, eine Säge sowie eine Ziegelei. Das schreibt der Historiker Markus Widmer-Dean in der Dorfgeschichte. Im 19. Jahrhundert begann auch in Kölliken die Industrialisierung.

Das Jubiläums-Programm: Zum Geburtstag rocken mit Trauffer Einheimische

Der Verein Späktrum organisiert das Jubiläums-Programm. «Zuerst haben wir uns überlegt, einen grossen Event, einen richtigen Knaller zu engagieren», sagt Späktrum-Präsidentin Sabine Wullschleger. Abklärungen haben aber ergeben, dass die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel dazu nicht ausreichten. «Deshalb haben wir uns nun darauf konzentriert, dass wir für alle Musikgeschmäcke etwas organisieren können.» Roland Zoss & Bandidos sprechen mit der Maus Jimmy Flitz die Kinder an und The Swingin’ Jazz Circus ist etwas für die Jazzliebhaber. Die Musik von Trauffer werde bestimmt das grösste Publikum ansprechen, ist Wullschleger überzeugt. Trauffer haben übrigens Heimvorteil: Backgroundsängerin Monika Schär ist in Wiliberg aufgewachsen, Schlagzeuger Christian Kyburz ist ein Kölliker. Am 30. August geht es ab 17 Uhr auf dem Festplatz beim Gemeindehaus los. Zuerst wird Maus Jimmy Fitz die Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren begeistern. Ab 19 Uhr spielen The Swingin’ Jazz Circus. Als Höhepunkt werden dann ab 21 Uhr Trauffer auf der Bühne rocken. Wullschleger schaut dem Open-Air-Konzert positiv entgegen. Einen Wunsch hat sie aber: «Es wäre schön, wenn es dieses Mal nicht regnen würde.» (lbr)

Zeitsprung in die Gegenwart: In diesem Jahr kann die Gemeinde Kölliken auf 1150 Jahre zurückblicken. «1150 ist für uns eine spezielle Zahl und wir haben uns entschieden, diesen runden Geburtstag zu feiern», sagt Gemeindeammann Fredy Gut. Der Jubiläumsakt findet am Abend des traditionellen Beizlifestes statt. Der Verein Späktrum hat im Auftrag des Gemeinderates ein Kulturprogramm zusammengestellt.

An diesem Fest wird auch Willi Hochuli «ganz klar» teilnehmen. Der 80-Jährige ist in Kölliken aufgewachsen. Mit seinem Bruder und seiner Schwester verbrachte er seine Kinder- und Jugendjahre in einem behüteten Zuhause. «Wir hatten ein Radio und im Winter bildeten sich an den Fenstern Eisblumen.»

Er hat miterlebt, wie im Jahr 1967 feierlich das Autobahnteilstück zwischen Lenzburg und Oensingen eröffnet wurde. An der Raststätte in Kölliken wurde damals in einem Eisenbahnwaggon gegessen. Es war ein Provisorium. «Damals waren wir in Kölliken sehr froh, dass es die Autobahn gab, sie entlastete unser Dorf vom Verkehr», sagt Hochuli.

Meilensteine miterlebt

Nach der Schule hat Hochuli den Beruf des Maurers erlernt und arbeitete nach der Ausbildung am Tech in Winterthur als Architekt. Als 32-jähriger Bursche wurde er in den Kölliker Gemeinderat gewählt.

«Die Politik war damals relativ neu für mich», sagt er. Als erstes durfte er in seiner Gemeinde die Kläranlage zwischen Kölliken und Entfelden einweihen. Ein Meilenstein für das Dorf.

Willi Hochuli betreute in seiner ganzen Amtszeit das Ressort Bau. «Wir haben in der Gemeinde immer nur gebaut», sagt er. Die Badi, das Altersheim, die Doppelturnhalle, das Oberstufenschulhaus.

Strassen wurden neu gebaut und Naturstrassen geteert. Jahre der Hochkonjunktur seien es gewesen, Schulden konnten abgebaut werden. «Der Gemeinde ging es gut», sagt Hochuli.

Er war auch dabei, als in den 70er-Jahren die Sondermülldeponie in Kölliken bewilligt wurde und als sie 1985 wieder geschlossen wurde. Seitdem wird sie saniert.

Als Willi Hochuli bereits 20 Jahre im Gemeinderat war, wurde er zum Ammann von Kölliken gewählt. 12 Jahre repräsentierte er danach die Gemeinde.

«Ich habe die kameradschaftlichen Verhältnisse im Rat immer geschätzt», sagt er rückblickend. 1997 ist Willi Hochuli als Ammann zurückgetreten, doch noch immer nimmt er an jeder Gemeindeversammlung teil und ist interessiert am Leben in seinem Dorf Kölliken. Und er sagt: «Ich lebe gerne hier.»