Kopf der Drogenbande soll ein 28-jähriger Schweizer sein, der Bestellungen von Drogensüchtigen entgegen nahm. Zwei Mitangeklagte – ein Albaner und Kosovare – haben in seinem Auftrag Kokain portioniert und verkauft, wie «TeleM1» berichtet. 

«Bei der Festnahme hat man rund ein Kilo Kokain und mehrere tausend Franken Bargeld sichergestellt», sagt Simon Burger, leitender Staatsanwalt Zofingen-Kulm, gegenüber dem Regionalsender. Zudem hätten die Angeklagten zwei Monate vor der Festnahme zwei weitere Kilogramm Kokain verkauft. Insgesamt hätten sie – mit teilweise gestrecktem Kokain – Gewinne von über 100'000 Franken eingenommen.

Für Nachschub aus dem Ausland soll ein viertes Bandenmitglied zuständig gewesen sein. Er wird verdächtigt, insgesamt neun Kilo Kokain besorgt zu haben. Bei ihm ist die Beweislage laut Burger jedoch am schwierigsten, weil er bei abgehörten Telefongesprächen nur verschlüsselt kommuniziert habe: «Die Rede war von ‹ich brauche vier Mädchen, aber ohne Flöhe›. Das haben wir interpretiert als ‹vier Kilogramm möglichst reines Kokain›.»

Angeklagten drohen bis zu acht Jahre Gefängnis

Die Angeklagten sind zum Teil geständig. Nach ihren Angaben handelte es sich jedoch nur um ein paar hundert Gramm Kokain. Die Staatsanwaltschaft fordert für alle Angeklagten Gefängnisstrafen von bis zu acht Jahren.

Dass in der Röslibar mit Drogen gehandelt wurde, blieb auch Anwohnern nicht verborgen. «Man hat gemerkt, dass Geschäfte gehen», sagt Barbara Hofmann, die neben der Bar wohnt, gegenüber dem Regionalender. Hinter dem Haus sei vermehrt geraucht worden. «Ist man dazugekommen, sind sie gleich weggegangen.»

Das Urteil wird das Bezirksgericht Kulm voraussichtlich heute Mittwoch bekannt geben. (sam)