Kölliken
Überbauung Wallenmatte: Spatenstich mit ewiger Vorgeschichte – der Erschliessungsplan ist bereits vor 22 Jahren genehmigt worden

Nach jahrelangem Hin und Her liegen nun endlich die Baubewilligungen vor: In Kölliken entstehen in der Überbauung Wallenmatte 77 Eigentumswohnungen. Über die Hälfte ist schon weg.

Urs Helbling
Drucken
Teilen
Der symbolische Baustart für die sieben Mehrfamilienhäuser fand gestern Nachmittag statt.

Der symbolische Baustart für die sieben Mehrfamilienhäuser fand gestern Nachmittag statt.

Der Spatenstich gestern Nachmittag in Kölliken war in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Erstens beweist die 47,8 Millionen Franken teure Überbauung Wallenmatte, dass zahlbare Eigentumswohnungen an guten Lagen nach wie vor sehr gesucht sind: Obwohl noch nicht einmal die Baugrube ausgehoben ist, sind bereits über die Hälfte der 77 Wohnungen reserviert.

Sehr gut weg gingen, wie meistens, die Attikawohnungen, deren Preise bei 860000 Franken liegen (bei 4,5 oder 5,5 Zimmern mit Dachterrassen bis 130 Quadratmetern). Eine 4,5-Zimmer-Wohnung im 2. Stock gibts für 655000 Franken. Der Vermarkter erklärt, er könne zehnjährige Hypotheken mit einem Zinssatz von knapp 0,8 Prozent vermitteln.

Bemerkenswert an der Über­bauung Wallenmatte ist zweitens die jahrzehntelange Vorgeschichte des Projektes. Der Erschliessungsplan ist vor 22 Jahren genehmigt worden. Dann wurde er immer wieder in Frage gestellt. Mit juristischen Mitteln, einer Petition (2015) und einem Referendum (2021). Vordergründig ging es zuletzt um die Finanzierung der Erschliessung, hintergründig wohl um die Überbauung der zentral gelegenen Wiese mit sieben Mehrfamilienhäusern.

Viele Kölliker dürften sich wundern, dass jetzt die Baumaschinen auffahren, obwohl sie doch noch im April mit 536 zu 246 Stimmen Nein gesagt hatten. Nicht Nein zur «Wallenmatte»-Erschliessung, sondern zu einem Kredit für deren Finanzierung. Jetzt schiessen die Investoren das Geld vor und schicken später der Gemeinde die Rechnung (etwa 100000 Franken). Diese ist verpflichtet zu zahlen. Die Baubewilligungen liegen vor.

Aktuelle Nachrichten