Kölliken
Moralischer Vertrag an der Raststätte: Die nationale IG für eine saubere Umwelt führte gestern eine Bekenner-Aktion gegen Littering durch

Am Freitag sprachen vier Umweltbotschafter an der Raststätte Kölliken Süd Automobilisten an, um sie zu einer Unterschrift auf einer weissen Plakatwand zu bewegen. Die Kampagne wird am Samstag fortgesetzt.

Cynthia Mira
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Fabienne Kühnis, Shayna Lindemann, Wam Kahumbu und Cédric Québatte (v.l.) setzen sich für eine saubere Umwelt ein. Als Botschafterinnen und Botschafter der IG saubere Umwelt (IGSU) führten sie die Bekenner-Aktion gegen Littering in Kölliken an der Raststätte Kölliken Süd durch.

Fabienne Kühnis, Shayna Lindemann, Wam Kahumbu und Cédric Québatte (v.l.) setzen sich für eine saubere Umwelt ein. Als Botschafterinnen und Botschafter der IG saubere Umwelt (IGSU) führten sie die Bekenner-Aktion gegen Littering in Kölliken an der Raststätte Kölliken Süd durch.

Cynthia Mira / «Aargauer Zeitung»

Täglich landen auf einer Strecke von 50 Kilometern rund 220 Kilogramm Abfall neben der Autobahn. Auf solche Zahlen zum Thema Littering machte am Freitag eine Aktion der nationalen IG saubere Umwelt (IGSU) in Zusammenarbeit mit der Nationalstrassen Nordwestschweiz AG (NSNW) an der Raststätte Kölliken Süd aufmerksam.

Mit einer Plakatwand und persönlichen Gesprächen mit Autofahrenden leisteten vier IGSU-Botschafter von 11 bis 18 Uhr Sensibilisierungsarbeit. Unermüdlich gingen sie auf die Leute zu, um sie auf das Thema Littering anzusprechen. Nebenbei sammelten sie den umliegenden Abfall auf und klaubten alte Zigarettenstummel aus Fugen und aus kleinen Grünflächen. Die Aktion findet am Samstag nochmals statt.

Die Plakatwand sollte mit Unterschriften und Statements gefüllt werden. Die Leute geben damit das Versprechen ab, künftig kein Littering zu verursachen.

Die Plakatwand sollte mit Unterschriften und Statements gefüllt werden. Die Leute geben damit das Versprechen ab, künftig kein Littering zu verursachen.

Cynthia Mira / «Aargauer Zeitung»

Eines der Ziele war und ist es, die Menschen dazu zu bewegen, sich mit einer Unterschrift auf einer weissen Plakatfläche zu verewigen. Auf dem Plakat notierten bereits Schweizer Persönlichkeiten wie Christa Rigozzi oder Steffi Buchli als Botschafterinnen ihr Statement zum Thema Littering. Cédric Québatte ist IGSU-Teamleiter und seit der Gründung im Jahr 2007 mit dabei. Er sagt:

«Mit der Unterschrift geht man quasi einen moralischen Vertrag ein und verspricht, in Zukunft kein Littering zu verursachen.»

Der 47-Jährige ist ein Umweltbotschafter aus Überzeugung. «Alleine auf diesem Platz befinden sich in einem Umkreis von 200 Meter sieben Abfalleimer», sagt er. «Es mangelt keineswegs an Entsorgungsmöglichkeiten und dennoch landet so viel Plastik und Verpackungsmaterialien am Boden, wieso?», fragt er sich.

«Wir erfahren auch viel Dankbarkeit für unsere Arbeit», sagt Cédric Québatte. Er ist seit über zehn Jahren für die IGSU unterwegs.

«Wir erfahren auch viel Dankbarkeit für unsere Arbeit», sagt Cédric Québatte. Er ist seit über zehn Jahren für die IGSU unterwegs.

Cynthia Mira / «Aargauer Zeitung»

Leider gelte für viele Automobilisten gerade bei einer Fahrt auf der Autobahn das Motto «aus den Augen, aus dem Sinn». Man öffne das Fenster, werfe den Abfall hinaus und schliesse es wieder.

IG saubere Umwelt (IGSU) startete eine nationale Sensibilisierungskampagne, um die Leute auf das Litteringproblem aufmerksam zu machen. Gestern fand eine Aktion in Kölliken statt, diese wird heute fortgeführt.

IG saubere Umwelt (IGSU) startete eine nationale Sensibilisierungskampagne, um die Leute auf das Litteringproblem aufmerksam zu machen. Gestern fand eine Aktion in Kölliken statt, diese wird heute fortgeführt.

Cynthia Mira / «Aargauer Zeitung»

Für Fabienne Kühnis, die sich ebenfalls vor Ort engagierte, ist es die vierte Saison als Umweltbotschafterin. Bei den fünf Aktionen gegen Littering für Kinder und Anwohner im Telli-Quartier im August (AZ berichtete) war sie bereits Teil der Crew. Diese Freude und den Stolz der Kinder etwas Gutes für die Natur getan zu haben, berühre sie nach wie vor. Sie sagt:

«Es ist wichtig, Erwachsene und Kinder zu sensibilisieren, anstatt mit Bussen und Verboten gegen das Problem vorzugehen.»

Deshalb engagiere sie sich. Manchmal würden die Leute auch einfach denken, dass es wegen einmal liegengelassenen Abfalls nicht darauf ankomme. «Aber wenn eine Million Menschen das denken, dann gibt es eben eine Million Mal mehr Abfall», sagt sie. Vielen seien solche Zusammenhänge nicht bewusst.

Die Menschen zum Umdenken zu bewegen und auf das Problem aufmerksam zu machen, seien langfristige Ziele der IGSU, sagt Québatte. Er sehe in seiner langjährigen Tätigkeit zwar eine Verbesserung hinsichtlich des Litterings, aber man sei noch lange nicht am Ziel.

«Auch wir in der sauberen Schweiz haben noch viel Arbeit vor uns, um das Problem in den Griff zu bekommen.»

Und es brauche Vorbilder, die mit gutem Beispiel vorangehen.

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