Kölliken
«Gefühle zu vermitteln, das ist das Wichtigste»

Die Köllikerin Valentina Verdesca fotografiert, seit sie ein Kind ist. Heute übernimmt sie Aufträge im ganzen Land.

Natasha Hähni
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Die junge Fotografin Valentina Verdesca konnte an der «Photoville» in Olten ausstellen.

Die junge Fotografin Valentina Verdesca konnte an der «Photoville» in Olten ausstellen.

Valentin Hehli

Die Magazine «Wir Eltern», «Landliebe» und die «Coop Zeitung», sowie die Manor AG, Raiffeisen, die und die Aargauische Kantonalbank zählen heute zu den Kunden von Valentina Verdesca. Trotzdem macht die Fotografin am liebsten Arbeiten, die nicht an einen Auftrag geknüpft sind.

So zum Beispiel das Projekt, das sie beim «Internationale Photo Festival Olten» (IPFO) eingereicht hat: «Die Fotoserie gibt mir einfach ein schönes Gefühl.» Ein Gefühl zu vermitteln, das sei bei Fotografie das Wichtigste. «Ein gutes Foto muss nicht perfekt sein», so Verdesca. Letztendlich sei Fotografie immer Geschmackssache. «Wenn man als Fotograf dranbleibt, findet man früher oder später seine Nische.» So sei sie immer fasziniert, wenn sie in der Natur schöne Farben und Formen entdecke.

Ihr grösster Traum ist es, einen Auftrag zur Reisefotografie zu erhalten. Im Jahr 2011 hat sie die Fotografieschule (CAP) in Zürich abgeschlossen. Dass sie sich eines Tages der Fotografie widmen wollte, wusste Verdesca schon relativ früh. «Schon in der Schule war ich die Träumerin. Meine Mutter hat mir bereits als Kind die Kamera in die Hand gedrückt.»

Ihre Faszination für den Beruf will Verdesca wenn immer möglich weitergeben. An ihre drei Kinder und vor allem an Mädchen und junge Frauen. «Es gibt immer noch viel weniger Fotografinnen als Fotografen. Das ist schade.»

Von Instagram zum Oltner Photo-Festival

In ihrer Familie sei aber definitiv sie das Fotografie-Talent: «Wenn ich meinen Mann um ein Foto von mir und den Kindern bitte, dann kann ich froh sein, wenn das Bild scharf ist», sagt Verdesca lachend. Seit 2014 arbeitet sie als freischaffende Fotografin.

Im selben Jahr kam ihr erster Sohn zur Welt. «Es war beängstigend. Ich dachte, wenn ich jetzt länger zuhause bleibe, bin ich weg vom Fenster.» Kurz zuvor habe sie ihren ersten grossen Auftrag erhalten, für die Zeitschrift «Schweizer Familie». Es sei das erste Team gewesen, das in sie vertraute. «Ab dann lief es.»

Portfolio-Bilder Valentina Verdesca.

Portfolio-Bilder Valentina Verdesca.

Valentina Verdesca

Über Instagram wurde Valentina Verdesca vor ein paar Monaten von einem der Organisatoren auf die «Photoville»-Ausstellung in Olten aufmerksam gemacht. Die 36-Jährige wurde aufgefordert, Bilder für die diesjährige Open-Air-Ausstellung am «Internationale Photo Festival Olten» (IPFO) einzureichen.

Die 50 besten Schweizer Fotografinnen und Fotografen würden dann im September im Oltner Haus der Fotografie ausgestellt werden. «Die Anfrage erhielt ich einen Tag vor Ablauf der Anmeldefrist», so Verdesca in ihrem Atelier in Suhr. Sie schickte kurzerhand drei Fotostrecken ein. «Danach habe ich lange nichts mehr gehört», erinnert sie sich. «Ich nahm an, dass ich nicht angenommen wurde.»Dieses Jahr reichten über 400 Fotografierende ihre Bilder ein.

«Ich liess das Auto stehen und rannte los»

«Ein paar Tage vor Beginn der Ausstellung erhielt ich dann einen Anruf», sagt Verdesca. Eine Mitarbeiterin des Hauses für Fotografie habe wissen wollen, wieso sie ihre Bilder noch nicht geschickt habe. «Die Zusage ist bei mir im Spam-Ordner gelandet», so die gelernte Kauffrau.

Am Ende habe aber alles geklappt. Hektik ist sich Verdesca gewohnt. Noch während des Oltner Fotofestivals erhielt sie die Möglichkeit, ihr Portfolio bei der Chefredaktorin eines prestigeträchtigen Magazins (Vanity Fair) vorzustellen – «ein Termin, den man nicht verpassen darf». Gleich als sie losmusste, hat sich ihre dreijährige Tochter übergeben.

Nachdem sich die Köllikerin darum gekümmert hatte, habe sie sich auf den Weg nach Olten gemacht: «Natürlich bin ich dann in Stau geraten. Ich liess das Auto vor einem kleinen Laden stehen und rannte los. Auf den letzten Drücker hat es dann gereicht», sagt sie.

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