Kölliken
Die Mitarbeiter der Landi Aargau West hatten im Coronajahr einen Kunden-Ansturm zu bewältigen

Der Jahresgewinn zeigt sich entsprechend: 62 Millionen Franken Umsatz konnte die Landi Aargau West für 2020 erzielen.

Flurina Dünki
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Das Silo der Landi Aarau West in Kölliken.

Das Silo der Landi Aarau West in Kölliken.

Sandra Ardizzone / WYS

Zu Coronazeiten wurde der von manchem Bewohner zuvor verschmähte Dorfladen urplötzlich zum Retter in Not. Das hat im vergangenen Jahr auch die Landi Aargau West AG mit ihren sieben Volg- und drei Landi-Läden und zwei Tankstellen-Shops erfahren. Insgesamt beschäftigt die Landi Aargau West 129 Mitarbeitende (Vorjahr: 123) bei 87 Vollzeitstellen. «Unsere Läden waren sehr gefragt», sagt Verwaltungsratspräsident Meinrad Peter aus Reitnau, der über die Traktanden der Generalversammlung Ende April schriftlich abstimmen liess.

Das zeigt sich im Jahresergebnis: Bei einem Umsatz von 62,18 Millionen Franken (Vorjahr: 60,44 Millionen Franken) erzielte die Landi Aargau West einen Gewinn von 548'314 Franken (Vorjahr: 106'101 Franken). Von den insgesamt 242 Aktionären (ihre Anzahl ist in den letzten Jahren stetig gestiegen) hatten 133 ihre schriftliche Stimmabgabe gesendet.

Meinrad Peter, Verwaltungsratspräsident der Landi Aargau West

Meinrad Peter, Verwaltungsratspräsident der Landi Aargau West

Zvg / Aargauer Zeitung

Was ihn besonders freut: Die wegen Corona gestiegene Frequentierung der Volg-Läden hält bis heute an. Im vergangenen März kam mit dem Standort Erlinsbach SO der siebte Volg ins Gebiet, das das Suhren-, das Rueder- und, das mittlere Wynental umfasst sowie die Region Aarau und das Niederamt. Die 2019 eröffnete Filiale in Oberentfelden sei gar schneller zum Laufen gekommen als das ein neuer Laden üblicherweise tut.

Grosser Ansturm nach dem Lockdown

Was sich positiv auf die Geschäftszahlen niederschlägt, war jedoch eine grosse Anstrengung und zeitweise massive Belastung für die Mitarbeitenden, wie Meinrad Peter sagt. Er führt aus:

«Die Landi MitarbeiterInnen und die Geschäftsleitung haben ein ausserordentliches und äussert anspruchvolles Geschäftsjahr mit grosser Ausdauer gut gemeistert.»

Während des Lockdowns im März und April 2020 konnte man bei den Landi-Läden online bestellen und seinen Einkauf abholen. Wie es die vorsitzende Geschäftsleiterin Manuela Schmidig im Jahresbericht ausdrückt,« wurden unsere Landi-Läden, durch die sehr einschneidende Sortimentsbeschränkung, binnen weniger Tage von einem stationären Einkaufsladen zu einem wichtigen Online-Distributor umfunktioniert». Ein solcher Prozess würde zu normalen Zeiten mehrere Jahre dauern. Schmidigs Kollegen in der Geschäftseitung sind unverändert Martina Studinger als Leiterin Agrar und Hans Bucher als Leiter Rechnungswesen/Controlling.

Manuela Schmidig ist Vorsitzende der Geschäftsleitung der Landi Aargau West.

Manuela Schmidig ist Vorsitzende der Geschäftsleitung der Landi Aargau West.

Zvg / Aargauer Zeitung

Dieses Online-Angebot wurde rege genutzt, weshalb das Personal alle Hände voll zu tun hatte. «Als der grosse Ansturm nach dem Lockdown kam, waren unsere Mitarbeiter zuvor bereits sechs Wochen lang gefordert gewesen», sagt der Verwaltungsratspräsident. Besonders die Gartenabteilung der Landi-Filialen war nach der Wiedereröffnung gefragt.

Die Landwirtschaft hingegen bekam die geschlossenen Restaurants und fehlenden Grossveranstaltungen zu spüren. Während diesen Monaten hätten die Landi-Bauern ihr Kalbfleisch - ein typisches Restaurant-Stück - schlecht verkauft. Dafür sei die Nachfrage hernach umso mehr gestiegen. Auch Pommes Frites ist typisches Auswärts-Essen. Weil deutlich weniger Frites konsumiert wurden, sind die Lager derzeit noch voll mit Kartoffeln. Die Kartoffel-Verarbeiter nahmen den Bauern die Ernte zwar ab, doch werden sie dieses Jahr viel weniger brauchen. «Eine Lösung für die Bauern wäre, dieses Jahr stattdessen Zuckerrüben anzubauen», sagt Meinrad Peter. Diese würden in "Kartoffel-Böden" auch gut wachsen.

Auch herkömmliche Abläufe wurden im Coronajahr getätigt: In Kölliken und Winznau wurden die Fassaden frisch aufbereitet, in Teufenthal, Zetzwil und Winznau die Läden umgebaut und auch in den Getreidecentern wurden Investitionen vorgenommen.