Menziken/Reinach

Kleber-Aufruhr im Wynental: «Asylantenheim? Nein Danke!»

Kleber im Wynental: «Asylantenheim im Oberwynental? Schon gar nicht!!!», so die Message der unbekannten «Eidgenossen».

Kleber im Wynental: «Asylantenheim im Oberwynental? Schon gar nicht!!!», so die Message der unbekannten «Eidgenossen».

In Menziken und Reinach sind vielerorts feuerrote Aufkleber zu sehen. Damit machen «die Eidgenossen» mit klarer Sprache Mitbürger auf die geplante Asylbewerber-Unterkunft in Menziken aufmerksam. Gemeinderäte distanzieren sich von dem Kleber-Protest.

Vergangene Woche waren sie auf einmal in Menziken anzutreffen, seit diesem Wochenende nun auch in Reinach. Die Rede ist von den feuerroten Aufklebern mit dem Slogan «Asylantenheim? Nein danke!» und ihren weissen Kameraden, auf denen mit grossen Lettern prangt: «Asylantenheim... im Oberwynental? schon gar nicht!!!»

Gezeichnet sind die Kleber mit «die Eidgenossen». Wer diese Eidgenossen sind, konnte nicht eruiert werden.

«Asylantenheim im Oberwynental? Schon gar nicht!!», heisst die Message der unbekannten «Eidgenossen».

«Asylantenheim im Oberwynental? Schon gar nicht!!», heisst die Message der unbekannten «Eidgenossen».

Sicher ist, dass die Aktion nicht im Sinn und Geist des Gemeinderats Menziken ist. «Das ist etwas, was wir nicht akzeptieren», sagt Gemeindeammann Annette Heuberger auf Anfrage. Man habe die Kleber deshalb auch durch das Bauamt unverzüglich entfernen lassen.

«Denn», so Heuberger weiter, «das ist nicht der richtige Weg». Damit spricht sie den Protest der Gemeinde gegen die Einquartierung von weiteren 90 Asylbewerbern im ehemaligen Menziker Gasthof Sternen an.

Das Boot ist voll! Die Menziker machen am Info-Anlass Ende Juni 2015 ihrem Ärger Luft.

Am Info-Anlass zur neuen Asylunterkunft vom 27. Mai 2015 liessen die Menziker mächtig Dampf ab.

Kleber decken sich nicht mit Petition

Auch deckt sich die Kleberaktion gemäss Heuberger nicht mit der Botschaft der Petition. Mit der aktuell laufenden Unterschriftensammlung «Nein zur ungerechten Verteilung von Asylsuchenden» wehre man sich ganz klar nicht gegen die asylsuchenden Menschen, sondern kämpfe für eine gerechte Zuweisung der Plätze im Kanton.

Petitionär Christian Schweizer distanziert sich ebenfalls von der Aktion. «Das ist Sachbeschädigung», sagt er. «Das haben wir nicht gewollt.» Aber, gesteht er ein, solche Aktionen unter Kontrolle zu haben, sei nicht möglich.

Kleber im Wynental: «Asylantenheim? Nein Danke!»

Kleber im Wynental: «Asylantenheim? Nein Danke!»

Hohe Wogen scheinen die Kleber aber bisher nicht geworfen zu haben. Bei der Regionalpolizei aargauSüd sind auf jeden Fall noch keine Reklamationen eingegangen.

Das ist vielleicht kein Zufall, waren die Kleber doch grossmehrheitlich an «öffentlichen» Orten oder Sachen wie Verkehrsschildern, Ortstafeln oder Beleuchtungskandelabern angebracht. In Menziken klebten die Sprüche an der Skulptur auf dem Menzokreisel, auch die Reinacher Post wurde nicht verschont.

Trotzdem, beim Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz hat sich bisher niemand beschwert. «Vielleicht stören sich die Leute gar nicht so daran», mutmasst er. Grundsätzlich habe er nichts dagegen einzuwenden, wenn Bürger protestierten. «Das hier geht aber schon Richtung Sachbeschädigung.» Das gehe natürlich nicht, hält auch Heiz fest.

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