Schöftland
Kläranlage Schöftland kämpft mit dem Bauschutt

Nach der Sanierung öffnete die Kläranlage ihre Tore. Interessierte Besucher erfuhren am Samstag, was Bakterien zum Schäumen bringt und wo der ganze Bauschutt landet.

Sybille Haltiner
Merken
Drucken
Teilen
Faszinierte Besucher am Belebungsbecken. Sybille Haltiner

Faszinierte Besucher am Belebungsbecken. Sybille Haltiner

«Kläranlagen könnte man auch ‹Bakterien-Zucht-Anlagen› nennen» steht in der Broschüre des Abwasserverbands Region Schöftland, die alle Besucher des Tages der offenen Tür mitnehmen konnten, um zu Hause nochmals die wichtigsten Abläufe der Wasserreinigung nachzulesen.

Um eben diese Bakterien ging es hauptsächlich bei der Sanierung der Abwasserreinigungsanlage (ARA), welche neben Schöftland von Hirschthal, Kirchleerau, Staffelbach, Schlossrued und Schmiedrued betrieben wird.

Umfassender Ausbau

Vor vier Jahren begann die Planung für den Ausbau. Die biologische Reinigungsstufe wurde erweitert und besteht nun aus je zwei Belebungs- und Nachklärbecken.

Ein Blockheizkraftwerk sorgt mithilfe des faulenden Schlamms für Strom und Wärme, eine Steuerung koordiniert die Entleerung der Regenbecken in der Umgebung.

Auf einem Rundgang lernten die Besucher den Betrieb kennen, und sie waren besonders beeindruckt von der Vitrine mit den Abfällen, die aus den Rechen gefischt wurden. Doch nicht nur Haushaltskehricht bereitet den Betreibern Probleme, auch viele Steine werden im Abwasser mitgeschwemmt.

Deshalb wurde zusätzlich ein Steinfang gebaut. «Es ist vor allem Bauschutt, der in die Kanalisation gelangt», erklärte Projektleiter Thomas Klaus. «Dieses Problem ist hier besonders gross.» Mit einem Steinhaufen wurde es den Besuchern vor Augen geführt.

Bakterien sorgen für Wirbel

Die Belebungsbecken faszinierten: Dort brodelte und blubberte es, Blasen stiegen hoch und das braune Wasser war in ständiger Bewegung. Die darin schwimmenden Plastikteilchen stammen jedoch nicht aus dem Abwasser, sondern wurden als Bakterienträger extra hinzugegeben.

Dies und noch viel mehr erklärten Klärwerkmeister Peter Trittibach und sein Stellvertreter Pascal Müller den interessierten Besuchern auf geführten Rundgängen.

Für die leichte Schaumbildung im Belebungsbecken hatte Müller eine Erklärung. «Im Frühling und im Herbst verändert sich das Wasser. Dann müssen wir es erst kennenlernen, bis alles optimal eingestellt ist.» Nach dem Rundgang hatten sich die Besucher an den fauligen Geruch gewöhnt und konnten die offerierte Wurst geniessen.