Kirchleerau/Moosleerau

Kirchgemeinde Leerau droht für eine lange Zeit ohne Pfarrer

Die Kirchgemeinde Leerau sucht nach einer Pfarrperson.

Die Kirchgemeinde Leerau sucht nach einer Pfarrperson.

Für die Leerber Kirchenpflege lassen sich keine Mitglieder finden. Nun sucht man ohne sie eine Pfarrperson.

Seit der Abwahl von Pfarrer David Mägli (37) im September 2018 sind die Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde verunsichert. Dies zeigt sich darin, dass trotz der Bemühungen der Findungsgruppe und der Beratung durch Kurator Marcel Hauser noch keine Kirchenpflege gebildet werden konnte. Gleich nach der Abwahl Mäglis wegen dessen extrem konservativer Einstellung ist die damalige Kirchenpflege in corpore zurückgetreten.

Pfarrersuche steht jetzt an erster Stelle

Unter den insgesamt 850 Kirchgemeindemitgliedern herrscht Zögern. «Niemand möchte in die Kirchenpflege», sagt Gemeinderätin Béatrice Meili. Dies, obwohl die Findungsgruppe sehr aktiv gewesen sei. Da es üblicherweise die Kirchenpflege ist, die nach einem neuen Pfarrer sucht, droht die Kirchgemeinde Leerau für lange Zeit pfarrerlos zu sein.

Nun rollt man das Feld von hinten auf: Erst soll ein Pfarrer gefunden werden, danach die Kirchenpflege. Dazu hat sich eine Pfarrwahlkommission gebildet, die Béatrice Meili präsidiert. «Das Amt ist völlig abgekoppelt vom Gemeinderatsmandat», sagt sie. Es sei ihr ein Anliegen, dass die Gemeinden Moosleerau und Kirchleerau wieder eine Pfarrperson bekämen. Eine, die alle Kirchgänger anspricht. «Pfarrer Mägli hat extrem polarisiert, das hat die Kirchgemeinde in zwei Lager gespalten: seine Anhänger und seine Gegner», sagt Meili.

Kurator Marcel Hauser habe die Leute endlich wieder an einen Tisch gebracht. Nun müsse eine Pfarrperson gefunden werden, die wieder Ruhe und neue Perspektiven in die Kirchgemeinde bringe. Auch sei nach dem einseitigen Stil des letzten Pfarrers Abwechslung nötig hinsichtlich Themenwahl und Gestaltung des Gottesdienstes.

Gast-Pfarrer als Übergangslösung

Ziel der Pfarrwahlkommission ist es, Anfang Dezember die 80- bis 85-Prozent-Stelle ausschreiben zu können. Und noch weiteres hat die Kommission bis zur definitiven Stellenbesetzung geplant: «Wir würden gerne einen Sonntag im Monat einen andern Pfarrer einsetzen, damit die Kirchgänger etwas Abwechslung haben.»

Ab März wird dann ein junger Pfarrer fix an einem Sonntag pro Monat in die Kirche Kirchleerau kommen, der nach der Abwahl auf die Kirchgemeinde zugekommen ist. Er arbeitet im Teilpensum und hat deshalb noch Kapazität. Vorgestellt wird er vor seinem Antritt im März. Ganz pfarrerlos sind Kirch- und Moosleerau derweil nicht. Seit einigen Monaten amtet Wolfram Kuhlmann zu 50 Prozent ad interim.

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