Menziken

Kirchenpflege will das Pfarrhaus verkaufen – doch die Mitglieder sträuben sich

Wenn das Pfarrhaus verkauft wird, müsste sich ein neuer Pfarrer im Dorf eine Wohnung suchen. Peter Siegrist

Wenn das Pfarrhaus verkauft wird, müsste sich ein neuer Pfarrer im Dorf eine Wohnung suchen. Peter Siegrist

Kirchenpflege und Mitglieder der Reformierten Kirche Menziken-Burg sind sich uneinig, was mit dem Pfarrhaus passieren soll. Die Kirchenpflege möchte das leerstehende 9-Zimmer-Haus am liebsten verkaufen. Das passt den Mitgliedern aber nicht.

Das Pfarrhaus sanieren oder verkaufen? Diese Frage stellt sich momentan der Reformierten Kirchgemeinde Menziken-Burg. Und diese Frage entzweit Mitglieder und Kirchenpflege. Die Kirchenpflege würde das 100-jährige Haus am liebsten verkaufen. Denn wie sich herausgestellt hat, wäre eine Sanierung zu teuer. 500 000 Franken schätzen Architekten die Sanierung – ohne energetische Massnahmen –, wie die Kirchenpflege in einer Mitteilung schreibt.

Das sei zu viel, sagt Barbara Gautschi von der Kirchenpflege. «Der Finanzplan über fünf Jahre zeigt, dass sich die Kirchgemeinde dies nicht leisten könnte.» Einige Mitglieder hingegen zweifeln an, dass eine Sanierung so teuer zu stehen kommt. Auch andere Investitionen in die Bauten wurden von den Stimmberechtigten kritisiert. Dies habe die Kirchenpflege erstaunt, sei sie doch in den letzten Jahren häufig mit dem Vorwurf konfrontiert worden, dass zu wenig in die Liegenschaften investiert werde, schreibt die Kirchenpflege in der Mitteilung.

Bei Sanierung sparen

Die Kirchenpflege hat sich deshalb Gedanken gemacht, wo man bei der Sanierung sparen könnte. In Frage kommt die Garage, die man in ihrem aktuellen Zustand belassen könnte. Von einer reinen Pinselsanierung, die etwa 100 000 Franken kosten würde, hält die Kirchenpflege wenig. Die Abklärungen dazu sollen am 17. November an der Kirchgemeindeversammlung präsentiert werden. Bei einem Entscheid zugunsten der Sanierung müsste eine Baukommission genaue Vorschläge ausarbeiten. Auch die finanzielle Schmerzgrenze für die Gemeinde sei noch nicht festgelegt, sagt Gautschi.

Externe Vermietung oder Steuererhöhung?

Die Mitglieder allerdings haben noch weitere Vorschläge, wie man das Pfarrhaus doch in den eigenen Reihen behalten könnte. Die Rede ist von externer Vermietung oder Kirchensteuererhöhung, damit das Haus saniert werden könnte. Doch auch da argumentiert die Kirchenpflege dagegen. «Austritte wären die logische Folge, wenn wir die Steuer erhöhen würden», gibt Barbara Gautschi zu bedenken. Auch bezüglich externer Vermietung gibt sich die Kirchenpflege skeptisch. Der Verwaltungs- und Pflegeaufwand sei dabei nicht zu unterschätzen. Auf diese Idee einsteigen würde die Kirchenpflege, wenn sich weisen würde, dass eine rentable Vermietung möglich ist.

Pfarrer könnte Wohnung mieten

Einig sind sich Mitglieder und Kirchenpflege in einem Punkt: Das Pfarrhaus hat als solches ausgedient. Mit neun Zimmern und einem ausgebauten Dachstock entspreche dies nicht mehr den Bedürfnissen. Die Räume stehen leer.

Da fragt sich nur, wo denn dereinst ein neuer Pfarrer einziehen wird, sollte die Kirchgemeinde Menziken-Burg das Pfarrhaus tatsächlich verkaufen. «Heute ist es oft so, dass Pfarrpersonen sich in der Gemeinde eine Wohnung suchen», sagt Gautschi. Das sei nichts Ungewöhnliches mehr.

Am 17. November stimmt die Kirchgemeinde über die Zukunft des Pfarrhauses ab. «Wir erhoffen uns eine hohe Beteiligung», sagt Gautschi. «Denn die Mitglieder können letztlich entscheiden, was aus dem Pfarrhaus wird.»

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