Oftringen

«Kinokoni» will keine Disco mehr im Fun-Maxx

Der Oltner Kinounternehmer Konrad Schibli bezahlt 15 Millionen für den Oftringer «Fun-Maxx». Mit dem Kauf setzt er einen Schlussstrich unter den Vergnügungstempel. Die Standbeine Kino, Gastronomie und Raumvermietung stehen für ihn nun im Vordergrund.

Konrad «Kinokoni» Schibli, Inhaber der Oltner Kinokoni GmbH, war sichtlich erleichtert, als ihm Konkursbeamter René Vis den Zuschlag für den Fun-Maxx erteilte. 15 Millionen und 10'000 Franken bezahlt Schibli für das fünfgeschossige Gebäude, das ursprünglich als Vergnügungstempel mit Kino, drei Grossraumdiscos, Brauerei, Gamezone und zahlreichen Gastronomie-Angeboten geplant gewesen war.

Dieses Konzept funktionierte aber nie, der Fun-Maxx kam nicht aus den roten Zahlen. Bis auf knapp 40 Millionen Franken belaufen sich die Forderungen der Gläubiger mittlerweile. Die konkursamtliche Liegenschaftssteigerung gestern im Oberentfelder Gemeindehaus war nun der letzte Akt in einem sechsjährigen Trauerspiel.

Unterhaltungstempel Fun Maxx versteigert

Unterhaltungstempel Fun Maxx versteigert

Ersteigerung mit Mietverträgen

Die Gläubiger des 1. bis 12. Ranges – ihnen werden total mehr als 25 Millionen Franken geschuldet – verlangten, dass der Fun-Maxx sowohl mit als auch ohne die langfristigen Mietverträge der Kinokoni GmbH und der Freikirche ICF zur Versteigerung angeboten wird. Auch das in einem separaten Verzeichnis aufgeführte Betriebsinventar musste separat versteigert werden. So rief Konkursbeamer René Vis den Fun-Maxx auf neun verschiedene Arten zur Versteigerung aus. Für die Bieter von Interesse waren aber nur die Varianten mit Betriebsinventar. Am weitesten gesteigert wurde der Ausruf, der sowohl Betriebsinventar als auch die beiden Mietverträge enthielt.

Die Neue Aargauer Bank eröffnete und bot 12 Millionen Franken, worauf die Zuger Cenprom AG mit 12,1 Millionen Franken nachzog. Konrad Schibli bot mit seiner Kinokoni GmbH daraufhin 13 Millionen Franken – und wurde von der NAB mit 14 Millionen überboten. Anschliessend steigerten sich die NAB, die als Grundpfandgläubigerin Interesse an einem hohen Erlös hatte, und die Kinokoni GmbH, die seit vier Jahren die Kinos im Fun-Maxx betreibt, in Hunderttausender- und Zehntausender-Schritten bis auf 15 Millionen und 10000 Franken hoch.

Den Zuschlag erhielt dann die Kinokoni GmbH. «Wir haben die letzten vier Jahre auf diesen Moment hingearbeitet und nun haben wir es tatsächlich geschafft. Für mich geht ein grosser Traum in Erfüllung», sagte Konrad Schibli nach der Versteigerung. Er rang um Worte und hatte Tränen der Erleichterung in den Augen. Bis zuletzt war er nicht sicher, ob er sich tatsächlich gegen die NAB wird durchsetzen können.

ICF wird Mieterin bleiben

Seit 2008, als die Kinokoni GmbH im Fun-Maxx das Youcinema betreibt, konnten die Besucherzahlen von 70'000 auf 210'000 Personen verdreifacht werden. Deshalb konzentriert sich Schibli künftig auf die drei Standbeine Kino, Gastronomie und Raumvermietung. Definitiv geschlossen bleibe der Discobereich. Bei der Raumvermietung – neben der Vermietung von Kinosälen sollen vermietbare Seminarräume entstehen – will Schibli mit der Freikirche ICF zusammenarbeiten. Diese wird auch weiterhin Mieterin im Fun-Maxx-Komplex bleiben. «Wir sind glücklich, dass Konrad Schibli den Zuschlag inklusive der langfristigen Mietverträge bekommen hat», sagte Patric Neeser, Pressesprecher von ICF. «So können wir auf lange Sicht im Fun-Maxx bleiben.»

Obwohl der Fun-Maxx in den vergangenen Jahren einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, will Konrad Schibli unter diese Ära einen Schlussstrich ziehen: «Sobald die Bewilligungen da sind, werden alle Mieter ihre eigenen Logos am Gebäude platzieren können.» Schibli wird in den nächsten zwei Jahren rund zwei Millionen Franken investieren, um sein Gesamtkonzept mit
Kino, Gastronomie und Raumvermietung umsetzen zu können. Als Erstes werde im Kino die Lüftung saniert und eine Klimaanlage eingebaut. «Das war schon lange nötig», meinte Schibli. Anschliessend soll der Kinokiosk vergrössert und das Logensitz-Konzept in allen Kinosälen eingeführt werden. Im Aussenbereich wird die Zufahrt neu geregelt und die Parkflächen werden saniert.

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