Wynental

Kick-off für die Integration – mit Kritik von einer Gemeinde

Die Regionale Jugendarbeit Wynental (RJAW) stand zunehmend in der Kritik, weil das Angebot von den Jugendlichen wenig genutzt wurde. (Archiv)

Die Regionale Jugendarbeit Wynental (RJAW) stand zunehmend in der Kritik, weil das Angebot von den Jugendlichen wenig genutzt wurde. (Archiv)

Acht Wynentaler Gemeinden starten heute gemeinsames Projekt – Birrwil kritisiert, nicht einbezogen worden zu sein.

Heute wirds konkret: In Reinach findet die Startsitzung zum Projekt «Impuls – Zusammenleben aargauSüd» statt. Damit geht, was bildlich gesprochen mit einer Feuerwehrübung begann, in eine Strategiesitzung in der Kommandozentrale über.

Zusammen mit Vertretern von Bund und Kanton gehen die Delegierten der acht Gemeinden Burg, Gontenschwil, Leimbach, Menziken, Reinach, Teufenthal, Unterkulm und Zetzwil – die sich kurz vor Jahresende zu einer Steuergruppe zusammengefunden haben – nun die Umsetzung des geplanten Integrationsprojekts an. Fernziel ist, die Jugend- und die Integrationsarbeit im Wynental in einem Programm zu führen.

«Zunächst geht es nun darum, die Verantwortlichkeiten, die Rollen und Aufgaben innerhalb des Gesamtprojekts zu klären und zu besprechen, welche Ziele prioritär angegangen werden», sagt Natalie Ammann von Diverix Beratung und Weiterbildung, Waltenschwil. Sie hat im Auftrag der Gemeinden das Konzept verfasst.

Birrwil wurde nicht berücksichtigt

Die besagte Feuerwehrübung im vergangenen Herbst forderte ihren Tribut. Es musste schnell gehen, vielleicht etwas zu schnell. Weil man noch die Eingabe für einen Projektstart im 2016 schaffen wollte, mussten die beteiligten Gemeinden binnen weniger Tage ihr Einverständnis geben, dass die bisherigen Aktivitäten der Regionalen Jugendarbeit Wynental (RJAW) in das neue Projekt integriert werden – auch finanziell. Da passierte der Fauxpas. Die Gemeinde Birrwil, einzige RJAW-Mitgliedgemeinde von ausserhalb des Wynentals, wurde nicht berücksichtigt.

Das stiess den Birrwiler Behörden sauer auf. Man sei «vor den Kopf gestossen» worden, sagt Vizeammann Martin Wernli, der unter anderem das Ressort Jugendarbeit betreut. Deshalb, und weil der Gemeinderat aufgrund der Besucherstatistiken den Bedarf am Wynentaler Angebot in den vergangenen Monaten zunehmend infrage gestellt hatte, hat der Gemeinderat Birrwil die Mitgliedschaft bei der RJAW vorsorglich per Ende 2016 gekündigt.

Allerdings, ganz so stark verärgert ist man in Birrwil dann doch nicht. «Diese vorsorgliche Kündigung ist mehr als Mahnfinger zu verstehen», relativiert Wernli. «Wir sind keine schlechten Verlierer.» Zudem erachte er die Jugendarbeit, die er mit aufgebaut habe, als wichtig. «Die Wynentaler Kollegen sind jetzt angehalten, ein Konzept mit Hand und Fuss vorzulegen.» Über eine definitive Kündigung will die Birrwiler Behörde erst bei Vorliegen der notwendigen Entscheidungsgrundlagen bis Ende des erstens Quartals 2016 befinden, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Trotzdem, Vorbehalte gegenüber dem neuen Projekt hat man in Birrwil schon: «Aufgrund der gegebenen Strukturen unserer Gemeinde hat Birrwil nicht dieselben Bedürfnisse bezüglich Integration wie zum Beispiel eine Gemeinde im Wynental», so die Gemeinde in der Mitteilung. Zudem könne die Gemeinde auf eine grosse Anzahl von Vereins- und Freiwilligenangeboten zurückgreifen. Auch bei den weiteren Handlungsfeldern von «Impuls – Zusammenleben aargauSüd», beispielsweise bei der Förderung des Zusammenlebens, der Stärkung des freiwilliges Engagements oder der Förderung des raschen Spracherwerbs, werde der effektive und nachhaltige Nutzen für Birrwil infrage gestellt.

Die Frage, ob die Gemeinde Birrwil denn an der heutigen Startsitzung teilnehmen werde, verneint Martin Wernli: «Ich sehe keine Veranlassung. Es ist niemand an uns herangetreten und hat sich die Mühe genommen, das Seetal weiterhin als Partner zu motivieren.» Natalie Ammann bedauert dies und erklärt: «Aus Zeitgründen ist es leider nicht gelungen, das Interesse allfälliger weiterer Gemeinden abzuklären. Es ist aber im Konzept explizit festgehalten, dass das Projekt offen ist für andere Gemeinden.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1