Teufenthal
Keine Halbheiten: Künstler Peter Säuberli zeigte sein Lebenswerk auf der Trostburg

Auf der Trostburg war am Wochenende das Lebenswerk von Peter Säuberli zu sehen. Dass sich beim Teufenthaler Künstler Beruf und Passion perfekt ergänzen, davon konnten sich die Besucher der Ausstellung überzeugen.

Sibylle Haltiner
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Künstler Peter Säuberli
7 Bilder
Bücher mit sieben Siegeln.
Peter Säuberli (links) zeigt zwei Ausstellungsbesuchern sein Buch.
Peter Säuberlis Bilder finden auf der Trostburg eine stilvolle Umgebung.
Musikalische Unterhaltung durch die Jungen Zürcher Harmoniker.
Gemeindeammann Urs Lehner bei seiner Eröffnungsansprache im Schlosshof.
Die Ausstellung bietet nicht nur einen Einblick in das Schaffen von Peter Säuberli, sondern auch in die Räumlichkeiten der Trostburg.

Künstler Peter Säuberli

Sibylle Haltiner

Eigentlich hätte er Maler werden wollen. «Aber alle haben gesagt, ich müsse einen Brotberuf haben», erzählt Peter Säuberli. Deshalb lernte er nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule Silber- und Goldschmied und betrieb viele Jahre lang in Olten ein Atelier. Dass sich beim Teufenthaler Künstler Beruf und Passion perfekt ergänzen, davon konnten sich die Besucher der Ausstellung über sein Lebenswerk, die am Wochenende auf der Trostburg zu sehen war, überzeugen.

Viele Formen, die Säuberli auf die Leinwand gebracht hat, sind auch in seinen Fingerringen und Goldanhängern zu finden. «Bei Schmuckstücken ist es wichtig, dass sie tatsächlich schmücken», erklärt der Künstler. Die Funktionalität vernachlässigte er aber nie. So schuf er eckige Fingerringe, die auch bei einem kräftigen Händedruck keine Schmerzen verursachen.

Lieber klar komponierte Formen

Die Ausstellung auf der Trostburg zeigte aber nicht nur Säuberlis künstlerisches Schaffen, sie war zugleich Vernissage für ein Buch, das dem Lebenswerk des Teufenthalers gewidmet ist. Zu vielen seiner Arbeiten gibt der Künstler darin seine Gedanken und den Hintergrund der Entstehung preis.

So schreibt er zu einer Reihe von für ihn eher ungewöhnlichen, da wie mit zufälligem Pinselstrich geführten Bildern: «Mitunter erscheint mir eine von mir flott hingepinselte Malerei von allzu mühelos geglückter Beschaffenheit. Das Gefühl, nicht für die Qualität verantwortlich zu sein, stört mich und macht Appetit auf klares, bewusst gestaltetes Arbeiten. Sei es mit Pinsel, Bleistift oder Hammer und Feile.» Da gefällt ihm der Harlekin, eines seiner Lieblingsbilder, viel besser. «Es ist gut gebaut und hat eine glückliche Komposition», erklärt er dazu.

Sein Leben lang hat der 1930 geborene Künstler in Teufenthal gelebt, seinem Vater gehörte eine Zigarrenfabrik, die früh verstorbene Frau war im Dorf als Lehrerin tätig. Seit 1972 wohnt Peter Säuberli in einem runden Haus mit Aluminiumfassade. «Meine Eltern sagten damals: ‹Was ist denn das?›», erzählte Gemeindeammann Urs Lehner in seiner Begrüssungsansprache an der Vernissage. Heute gehört das eigenwillige Künstlerhaus zum Dorfbild. «Es ist sehr stabil und alle fühlen sich wohl darin», berichtet Säuberli.

Keine Halbheiten

Das Haus passt zu seinem Lebensmotto, das auch der Titel seines Buches ist: «Tu nie etwas auch». Urs Lehner fasste es in prägnante Worte: «Keine Halbheiten. Peter Säuberli hat das kreiert, wohinter er stehen konnte.» Von diesem Wesenszug ist auch Daniel Bürgin, Mitherausgeber des Buches, fasziniert. «Peter war immer auf der Suche nach der perfekten Form.» Peter Säuberli selbst formuliert es so: «Der Träumer, der in seinem Gedankenwald herumstolpert, erfüllt die Forderung, nie etwas auch zu tun, eher als der traditionell Denkende in seinem Liegestuhl.»