Asana Spital
Keine Geburten mehr in Menziken – jetzt buhlen neue Player um schwangere Frauen

Nachdem die Geburtenabteilung des Asana Spitals Menziken Knall auf Fall geschlossen wurde, interessieren sich neue Player für die werdenden Eltern in der Region. Zum Beispiel das Spital Muri, das für seine drei neuen, modernen Gebärzimmer wirbt.

Melanie Eichenberger
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Für viele Schwangere aus der Region war bisher Aarau die naheliegende Alternative zu «Menziken», um ihr Kind zur Welt zu bringen. Jetzt will das Spital Muri auch einen Teil vom Kuchen abhaben.

Für viele Schwangere aus der Region war bisher Aarau die naheliegende Alternative zu «Menziken», um ihr Kind zur Welt zu bringen. Jetzt will das Spital Muri auch einen Teil vom Kuchen abhaben.

Sie stechen ins Auge. Die lila Plakate mit Babybauch, Kinderfinkli und Hebamme. «Wir begleiten Sie zur Geburt» heisst es von grossen Plakatwänden Wynental auf, Seetal ab. Dahinter steht das Spital Muri, das mit seiner Werbekampagne seit neustem um die Gunst der werdenden Mütter aus dem Wynen- und Seetal buhlt.

Die von der Schliessung der Geburtenabteilung des Asana Spitals Menziken betroffenen Frauen müssen sich seit Mai für einen Ersatz-Geburtsort umsehen. Im «Menziken» sind 2017 nur 168 Babys zur Welt gekommen. Die geringe Anzahl Geburten und personelle Engpässe führten dazu, dass das Spital Menziken seinen Leistungsauftrag per Ende April zurückgab. Für viele Schwangere aus der Region war bisher Aarau die naheliegende Alternative zu «Menziken», um ihr Kind zur Welt zu bringen.

Das Spital Muri wirbt für seine drei neuen, modernen Gebärzimmer.

Das Spital Muri wirbt für seine drei neuen, modernen Gebärzimmer.

Melanie Eichenberger

Jetzt will das Spital Muri auch einen Teil vom Kuchen abhaben. «Wir wollen werdende Mütter im Einzugsgebiet des Spitals Menziken über das Angebot unseres Spitals informieren», sagt Martina Wagner von der Medienstelle des Spitals Muri zur Plakatkampagne. Das Gesundheitszentrum im Freiamt sehe sich nicht als Ersatz für das Angebot in unmittelbarer Nähe, sie würden aber die Bevölkerung dennoch auf ihr Angebot aufmerksam machen wollen. Nimmt eine werdende Mutter den Weg nach Muri auf sich? «Die Distanz scheint nicht weiter als zu anderen umliegenden Spitälern», so die Kommunikationsstelle in Muri. Daniel Schibler, Direktor des Spitals Menziken, wurde gemäss Wagner über die Plakatkampagne bereits im Vorfeld informiert.

Kein Anstieg in Aarau und Sursee

«Wo soll ich nun hin zum Gebären?», fragte sich beispielsweise eine 34-jährige Schwangere aus dem Oberwynental im Frühling. Geplant wäre gewesen, ins Spital Menziken zu gehen. Diese Möglichkeit bestand nach der Schliessung praktisch von einem Tag auf den anderen nicht mehr. Die 34-Jährige hat sich entschieden ennet der Kantonsgrenze in Sursee zu gebären, wo mittlerweile ihr Kind gesund zur Welt kam.

Die eine oder andere werdende Mutter aus dem Wynen- und Seetal tat es ihr gleich. Doch in Sursee konnte man deswegen keine generelle Zunahme der Geburtenzahl feststellen: «Die Anzahl der Geburten liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres», schreibt Barbara Inglin vom Kantonsspital Luzern auf Anfrage. Man habe vereinzelt schwangere Frauen aus der Region aargauSüd betreut, die herzlich willkommen seien in Sursee.

Das Kantonsspital Aarau verzeichnet seit Anfang Jahr eine Zunahme der Geburten. Dieser Trend habe sich auch im Mai und Juni dieses Jahres gezeigt. «Ein Zusammenhang mit der Schliessung der Geburtenabteilung Menziken kann deshalb daraus nicht abgelesen werden», so die Mediensprecherin Isabelle Wenzinger.