Menziken

Keine Geburten mehr im Spital: Familien verabschieden Hebammen – ein tränenreiches Adieu

So nahmen die Oberwynentaler Familien Abschied von den Menziker Hebammen

So nehmen die Oberwynentaler Familien Abschied von den Menziker Hebammen

Seit Dienstag ist die Geburtenabteilung im Asana Spital in Menziken zu. Zum emotionalen und tränenreichen Abschied kamen 80 Personen.

Einfach so wollte Stephanie Pouchon ihre Hebammen im Asana Spital Menziken nicht ziehen lassen. Nachdem die Klinik am Freitag die Schliessung der Geburtenabteilung per Ende April kommunzierte und sieben Hebammen tags zuvor die Kündigung erhalten hatten, handelte die 32-jährige Leutwilerin.

«Es tut mir im Herzen weh»

Zusammen mit ihrer Schwester Monja Lüpold (29) hatte Pouchon die Idee, sich von den Menziker Hebammen zu verabschieden – und sich vor allem nochmals zu bedanken. «Die Mitteilung der Schliessung tut mir im Herzen weh», so Pouchon. Sie selbst hat 2015 ihren Sohn und 2017 ihre Tochter in Menziken zur Welt gebracht. «Wir wollten den Hebammen mit unserem Besuch zeigen, dass sie in unserer Region etwas bewegt haben», so die zweifache Mutter. Aus drei Frauen – die Schwestern nahmen ihre Mutter mit – wurden rund 80 Personen.

Stephanie Pouchon (2. von links) und ihre Schwester Monja Lüpold (rechts) haben zum Abschied aufgerufen.zvg/Tamara GauTschii

Stephanie Pouchon (2. von links) und ihre Schwester Monja Lüpold (rechts) haben zum Abschied aufgerufen.zvg/Tamara GauTschii

Sie mobilisierten eine «Armee» von Mamis, Papis, Grosseltern und Kindern, die die Menziker Hebammen am Montagabend im Spital verabschiedeten. «Wir sind überrascht, wie viele Leute unserem Aufruf gefolgt sind», sagt Stephanie Pouchon. Es sei sehr emotional gewesen und viele Tränen seien geflossen.

Die Danke-Aktion ändert zwar nichts am Entscheid der Spitalleitung, sprechen die Zahlen doch für sich. Nur rund ein Drittel der Schwangeren aus der Region wählten in der Vergangenheit das Menziker Spital als Geburtsort für ihre Kinder. Die überraschten Hebammen waren ob des Besucheraufmarschs dennoch sehr gerührt. «Ein wahnsinnig tolles Dankeschön, dass ihr da seid», sagte Hebamme Edi Lenk zu den Anwesenden.

Eine Hebamme, die helfe, ein Kind zu gebären, nehme immer etwas mit: «Und wenn es die Sonne im Herzen und das Glück fürs Leben und die Zukunft ist», so Lenk weiter. Das Asana Spital Menziken hält fest, dass für werdende Mütter weiterhin die Notfallstation während 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung stehe. Schwangere werden dort begleitet und mit dem spitaleigenen Rettungsdienst ins Kantonsspital Aarau überführt.

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