Kölliken

Kein Projekt, aber Ideen und Erkenntnisse – auf dem Weg zum neuen Dorfplatz

Was ist wo? Besucher der Orientierungsveranstaltung gleichen eins der drei Modelle mit den entsprechenden Plänen ab.

Was ist wo? Besucher der Orientierungsveranstaltung gleichen eins der drei Modelle mit den entsprechenden Plänen ab.

Ein kleiner Meilenstein auf dem Weg zum künftigen Dorfplatz und dessen Gestaltung ist gesetzt. An der Orientierungsversammlung wurden keine fertigen Projekte vorgestellt, sondern vorerst nur Ideen und Visionen.

Die Testplanung für den Kölliker Dorfplatz ist abgeschlossen. Wer an der entsprechenden Orientierungsversammlung fertige Rezepte oder Projekte erwartet hat, musste enttäuscht werden. «Wir haben mit dieser Planung Ideen und Visionen, Machbarkeiten gesucht, sagte Gemeindeammann Fredy Gut. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass eine grosse Freifläche, die Dorfplatz heisst, funktional und planerisch wenig Sinn macht. Was aber macht Sinn?

An diese Frage versuchte man sich, mit einer 120 000 Franken teuren Testplanung heranzutasten. Eine solche sei kein Projektwettbewerb, sagte Bernhard Straub. Er ist Architekt und Raumplaner ETH und war vom Gemeinderat Kölliken beauftragt worden, die Testplanung zu moderieren und zu leiten. Die Fragestellung war eine altbekannte: Wie soll das ehemalige Industriegelände der Textil-Firma Fama im Dorfzentrum von Kölliken künftig genutzt werden? Die Entwicklung des Gebiets kann einen deutlichen Beitrag zur Weiterentwicklung und Aufwertung des Dorfkerns von Kölliken schaffen und sollte deshalb in einem weiteren Umfeld betrachtet werden, sagte Gut. Dazu gab es im Laufe der Zeit unterschiedliche Ideen und Vorhaben.

Die Gemeindeversammlung hatte 2013 einen Kredit von 120 000 Franken für eine Testplanung bewilligt. Zu dieser wurden 15 Planungsbüros eingeladen, 7 bewarben sich und 3 wurden ausgewählt. Hier tritt der Unterschied zwischen einem Projektwettbewerb und einer Testplanung an den Tag: Bei den Ausgewählten handelt es sich primär um Büros, die auf Landschaftsarchitektur ausgerichtet sind, obwohl das Bauliche alles andere als ausgeblendet wurde.

So testete man beispielsweise im Arealbereich Richtung Entfelden eine maximale Ausnützungsziffer oder auch die Dachgestaltung der Wohnbauen. «Attikageschosse sind attraktiv, aber passen diese ins Ortsbild von Kölliken?», fragte Planer Straub. Die Aufgabe habe im Wesentlichen aus der Erarbeitung einer attraktiven, marktfähigen und sich in die bestehenden Siedlungsstrukturen einfügenden Überbauung bestanden. «Das Zentrum von Kölliken soll mit verschiedenen Dienstleistungen und einem Dorfplatz belebt werden, wobei eine Durchmischung mit Wohnen im Vordergrund steht». Die Bauten sollen sich harmonisch in das Ortsbild einzufügen und Bezüge zu den bestehen Altbauten aufnehmen. Insbesondere musste die Positionierung und Höhe der Bauten sowie auch die Dachformen geklärt werden.

Solche Fragen stellten auch bezüglich eines Dorfplatzes. Einer der Vorschläge ist eine Art Achse, die von der Kirche zur Bergstrasse führt, quasi eine Porte bildet. «Das ist zu urban und konkurrenziert das Leben entlang der Hauptstrasse», findet Straub. Was denn urban sei, wurde er an der Orientierungsversammlung gefragt. «Plätze, auf denen man zum Kaffee sitzt und sich nicht über den vorbei rollenden Strassenverkehr stört,» so Straub.

Das erste Fazit: «In die Überlegungen zu Identität und Bildung eines räumlichen und sozialen Dorfzentrums gehört in Kölliken die Anbindung an die Kantonsstrasse.» In den von der Strasse abgewandten Bereichen sollten die bereits heute bestehenden Freiräume erhalten und durch eine gestalterische Aufwertung weiterentwickelt werden.

Dazu könne eine Umlegung der Berggasse beitragen und es gelte, die «vorhandenen Qualitäten zu festigen und anderseits die Villa Clara in einen übergeordneten Kontext einzubinden». Dieser einen eigenen, grosszügigen Freiraum zu geben, liefere nicht nur der Villa Clara einen «Mehrwert», sondern schaffe Potenziale für die sie umgebenden Flächen. «Diese sollen es ermöglichen, nicht nur für kommende Generationen Entwicklungen zuzulassen, sondern bieten die Chance, die bestehenden Räumlichkeiten besser zu nutzen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1