Uerkheim

Kein Mobilfunkloch mehr im Uerkental?

Das alte Natelmodell zeigts: Bereits 2003 wollte ein Natelanbieter im Uerkental eine Antenne bauen. Dagegen opponierten Bewohner. AZ-Archiv

Das alte Natelmodell zeigts: Bereits 2003 wollte ein Natelanbieter im Uerkental eine Antenne bauen. Dagegen opponierten Bewohner. AZ-Archiv

Orange will in der Region eine Antenne bauen. Doch ist der Widerstand gegen Mobilfunk seit jeher gross. Wir erklären weshalb.

Bis am 7. Februar liegt auf der Gemeinde Uerkheim das Baugesuch für eine Mobilfunkantenne von Orange auf. Diese soll hinter dem Gemeindesaal zu stehen kommen.

Die Netzabdeckung im Uerkental – eine fast unendliche Geschichte. Jahrelang kämpften die Mobilfunkanbieter für den Bau von Antennen; jahrelang wehrten sich die Bewohner. Bottenwil zog gar vors Bundesgericht – und erhielt teilweise recht. Dennoch wurde 2008 in Bottenwil beim Regenbecken eine provisorische Antenne aufgebaut, und noch im selben Jahr erteilte der Gemeinderat der Swisscom die Bewilligung, am selben Standort eine definitive Antenne aufzubauen.

Baugesuch bis Anfang Februar einsehen

Nur: Orange-Kunden finden im Uerkental nach wie vor ein Funkloch vor. Doch dürfte dies bald der Vergangenheit angehören, denn Orange plant, in Uerkheim eine Antenne zu bauen. An der Bergstrasse 34 (hinter dem Gemeindesaal) soll diese erstellt werden, bis am 7. Februar kann auf der Gemeinde das entsprechende Baugesuch eingesehen werden. Laut Gemeindeschreiber Hans Stadler haben bereits Interessierte die Akten studiert, allerdings ohne sich negativ zu äussern. Stadler sagt: «Bis jetzt haben wir keine Einsprachen erhalten.» Jedoch rechne er mit einer Opposition, «alles andere würde mich überraschen». Terminiert ist das Gesuch noch nicht, es dürfte aber – nachdem potenzielle Einsprachen bearbeitet wurden – so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Funkloch bei Unfallstelle

Im letzten Herbst war es, als Orange-Chef Tom Sieber verkündete, dass sie bis 2015 jährlich 130 Millionen Franken in den Netzausbau investieren wollen. Das sind 60 Millionen mehr als in den Jahren zuvor. Eine noch bessere Abdeckung soll erreicht werden, zudem will man dem Bedürfnis der Internetkonsumation nachkommen.

So also auch die Pläne im Uerkental. «Wir wären froh über eine bessere Netzabdeckung», sagt Peter Ruch, Major und Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Zofingen. Er erinnert sich noch an die Zeit des fast totalen Funklochs im Uerkental. Damals musste die Feuerwehr bei ihren Einsätzen jeweils eigens ein Funknetz aufbauen. Und erinnert sich auch an den 22. Februar 2007. An jenem Tag verunfallte eine 41-jährige Lenkerin in ihrem Personenwagen. Auf dem Weg von Zofingen nach Bottenstein kam sie von der Strasse ab, stürzte den steilen Waldhang hinunter und prallte gegen einen Baumstrunk.

Unfallstelle keine Verbindung

Hilfe für die mittelschwer verletzte Frau konnte ihre siebenjährige Tochter holen; sie erlitt nur Schürfungen, konnte den PW verlassen und zu einem der in der Nähe liegenden Häuser rennen. Erst von dort aus konnten Stützpunktfeuerwehr und Rettungsdienst verständigt werden. Bei der Unfallstelle selbst war eine Natelverbindung nicht möglich. «Solche Ereignisse dürften die Bevölkerung sensibilisieren, wie gross der Vorteil einer guten Netzabdeckung ist», sagt Ruch.

Jedenfalls sind die Vorzeichen, dass eines der letzten Funklöcher verschwindet, vorhanden. Doch ist es nicht das erste Mal, dass Orange plant, im Uerkental eine Antenne zu bauen. Somit bleibt die Frage, ob das Ende der Geschichte «Netzabdeckung im Uerkental» in Sicht ist, vorerst unbeantwortet.

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