Unterkulm

Kein Interesse an «fairer Strassensignalisation»

Hans-Rudolf Lüscher präsentiert eine konkrete Lösung für eine wiederholte Geschwindigkeitssignalisation.

Hans-Rudolf Lüscher präsentiert eine konkrete Lösung für eine wiederholte Geschwindigkeitssignalisation.

Der Touring Club Schweiz (TCS) will nichts gegen «Bussenfallen» unternehmen. An der Generalversammlung der Untersektion Kulm scheiterte ein entsprechender Antrag knapp.

Die TCS-Untersektion Kulm, die kleinste im Aargau, zählt 5340 Mitglieder. Unter den 155 GV-Teilnehmern in der Mehrzweckhalle Unterkulm befanden sich 99 Mitglieder mit Stimmrecht. In der Regel nimmt der offizielle Teil der Versammlung kaum eine Stunde in Anspruch und verläuft ohne Diskussion und Anträge. Stattdessen erfreuen sich die Anwesenden am anschliessenden Nachtessen, dem gemütlichen Beisammensein und der Tanzmusik.

Doch Hans-Rudolf Lüscher sprengte dieses ungeschriebene Gesetz für einmal. Der ehemalige Unterkulmer SP-Grossrat nützte das Traktandum 8. «Faire Signalisation von Tempolimiten! Bussenfallen sanieren!» betitelte er seinen gut vorbereiteten Antrag.

Der Votant präsentierte Bilder von schlechten oder falschen Signalisationen und zeigte auf, dass Wiederholungstafeln für Geschwindigkeitslimiten meist fehlen. Ausgehend von der Lösung in Holland, präsentierte er einen schwarz-weissen Verkehrspfosten mit einem aufgeklebten kleinen Geschwindigkeitsschild. Damit könnte auf einfache Weise die auf dem Strassenabschnitt geltende Limite in Erinnerung gerufen werden.

«Heisse Kartoffel»

Mit seinem Vorschlag war Hans-Rudolf Lüscher bereits an den TCS Schweiz, respektive an die Redaktion des Verbandsmagazins gelangt. Diese verwies ihn an seine Untersektion. Der Kulmer Vorstand unter der Leitung von Hans Nöthiger tat sich mit dem Anliegen schwer. Auf Anraten von Kantonalpräsident Thierry Burkart empfahl der Sektionsvorstand der GV eine Ablehnung. So sagten die 99 Stimmberechtigten mit 38 zu 36 Stimmen knapp nein. Auch der Hinweis von Lüscher «Der Vorstand braucht nur einen Brief zu schreiben», rettete sein Anliegen nicht. Ebenfalls nein stimmte beispielsweise der anwesende Vizekommandant der Regionalpolizei «aargauSüd», Markus Steiner.

Nöthiger sprach von einer «heissen Kartoffel», die da weiter gereicht werde. «Lüscher hat fair und gut verständlich argumentiert. Ich persönlich habe Verständnis für sein Anliegen.» Wie Polizeivertreter Steiner argumentierte Nöthiger: «Der Vorstoss gehört auf den politischen Weg.» Der TCS Schweiz hat 1,5 Millionen Mitglieder. Auch wenn der Kantonalpräsident Thierry Burkart den Vorstoss derzeit nicht aufnehmen will, ist es gut möglich, dass der Ball trotzdem wieder einmal bei ihm landet – in seiner Funktion als Nationalrat und Mitglied der parlamentarischen Verkehrskommission.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1