Menziken

Kein Bikepfad am Stierenberg: Ortsbürger lehnen Antrag ab

Beim Allmendweg, unweit der Kantonsgrenze, hätte der von den Initianten vorgesehene Bikepfad die Waldstrasse überquert.

Beim Allmendweg, unweit der Kantonsgrenze, hätte der von den Initianten vorgesehene Bikepfad die Waldstrasse überquert.

Die Ortsbürger haben einen Grundsatzentscheid gegen den beantragten Pfad für Mountainbiker gefällt. Mit 30 Nein gegenüber 8 Ja wurde die Initiative von vier jungen Leuten für eine Kanalisierung der Biker im Stierenberg beerdigt.

Es war vorauszusehen: Mit 30 Nein gegenüber 8 Ja wurde die Initiative von vier jungen Leuten für eine Kanalisierung der Biker im Stierenberg beerdigt. Da half bei der Einführung auch die Laudatio von Gemeinderat Hans Heinrich Leuzinger nicht weiter. Er sprach von einem Schritt in die richtige Richtung und von der Entflechtung des Naherholungstourismus.

Bei der Abstimmung handelte es sich um einen Grundsatzentscheid. Bei einer allfälligen Annahme hätten sich die Parteien nochmals an einen Tisch gesetzt und die Wegführung und andere Details miteinander besprochen. Von 181 Ortsbürgern waren 38 anwesend. Weil das für den Pfad vorgesehene Waldstück den Ortsbürgern von Menziken gehört, mussten sie darüber abstimmen.

Zwar wurde den Initianten Michael Gautschi, Florian Furrer, Simon Kausch und Pierrick Willemyns attestiert, dass sie das Gespräch mit den Behörden gesucht hätten und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ausübten. Genützt hat das dem Verein «Original Rider’s Association» (O.R.A.) aber nichts. Es waren vor allem ehemalige Waldarbeiter des Menziker Forstes, die um das Wild fürchteten und die Haftungsfrage stellten. Hans Heinrich Leuzinger stellte für die Ortsbürgergemeinde keine Kosten in Aussicht, da der Verein mittels Versicherung für eventuelle Haftungskosten sowie Unterhalt der Strecke aufkommen müsse.

Susi Merz, im Herbst 1977 wurde sie als erste Frau im Aargau in Menziken zum Vizeammann gewählt, meinte, man habe die Biker so oder so im Stierenberg. «In Auenstein bereut man die Errichtung von Bikerwegen», argumentierte sie gegen den Pfad. «Lassen wir den Stierenberg in Ruhe». Verschiedene Redner wollten nicht noch mehr Mountainbiker im Stierenberg. Allerdings wirkten dann Einwände wie eine Vergrösserung des Parkplatzes, das Hinaufstossen der Velos, Fahren mit aggressivem Licht oder die Befürchtung, der Stierenberg könnte zum gesamtschweizerischen Mekka der Biker werden, doch reichlich an den Haaren herbeigezogen.

Ueli Wanderon vom Forstbetrieb aargauSüd führte aus, dass der Stierenberg sehr gut erschlossen sei und über mehr als zehn Kilometer lastwagentaugliche Strassen verfüge. Zwischen den Zeilen merkte der aufmerksame Zuhörer, dass damit die Bedürfnisse für alle Waldbenützer abgedeckt sind.

Mit Michael Gautschi und Florian Furrer nahmen zwei der Initianten an der Versammlung teil. Natürlich waren die beiden enttäuscht über das klare Resultat. «Damit ist zwar der Bikepfad gestorben, unsere Liebe zum Biken und das Streben nach einem regionalen Bikepfad bleibt aber bestehen», so Gautschi nach der für den Initiativen Verein doch niederschmetternden Abstimmung.

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