Bezirk Kulm

Karin Bertschi zum Umzugs-Geständnis: «Es war ein Fehler»

Jean-Pierre Gallati begrüsst Karin Bertschi nach der Krisensitzung in der SVP-Fraktion.zvg

Jean-Pierre Gallati begrüsst Karin Bertschi nach der Krisensitzung in der SVP-Fraktion.zvg

Die Neo-Grossrätin erklärt sich und versöhnt sich mit Fraktionspräsident Jean-Pierre Gallati – dieser heisst sie auch in der Fraktion willkommen.

Tagelang hatte sich die neue SVP-Grossrätin Karin Bertschi (26, Leimbach) geweigert, konkret zu den Gerüchten über ihren Wegzug aus dem Bezirk Kulm Stellung zu nehmen. SVP-Fraktionschef Jean-Pierre Gallati (50, Wohlen) äusserte sich in der az vom Samstag zum Fall und sprach von einem «klaren Fall von Wählerbetrug».

Gleichentags fand um 16 Uhr im SVP-Parteisekretariat eine Krisensitzung statt unter der Leitung von SVP-Kantonalparteipräsident Thomas Burgherr (54, Wiliberg). Nach gut zwei Stunden hatten sich Bertschi und Gallati versöhnt. Bertschi versprach einen vorzeitigen Rücktritt, falls sie vor dem 1. Oktober 2018 aus dem Bezirk wegziehen sollte.

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Die neu gewählte Grossrätin und Abfallprinzessin Karin Bertschi bleibt in der SVP, muss aber ihren Sitz abgeben, wenn sie innert zwei Jahren umzieht. Das sagt der Polit-Experte.

«Ich hätte informieren müssen»

Zwei Stunden später stellte die politische Senkrechtstarterin eine Erklärung auf Facebook. Sie gibt erstmals die Umzugspläne zu, bedauert einen Fehler und verrät, dass sie mit Sigi Ladenbauer (43) verlobt ist.

Den vollen Namen ihres Partners hatte sie bisher stets verschwiegen. Der Skyguide-Angestellte ist daran, in Wettingen an Toplage ein Einfamilienhaus zu bauen.

Karin Bertschi schreibt: «Frühestens in 1½ Jahren beabsichtige ich mit meinem Verlobten, Sigi Ladenbauer, in Wettingen zu wohnen. Wettingen ermöglicht uns einen etwa gleich langen Arbeitsweg.

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Unternehmerin Karin Bertschi setzt sich für den Umweltschutz und das Beschäftigen von Asylbewerbern ein. Das passe sehr wohl zur SVP, wie sie in einem ersten Interview mit «Tele M1» sagt.

Es war ein Fehler, einen möglichen Umzug nicht schon bereits bei meiner Kandidatur bekannt zu machen.» Der politische Wahlkampf sei für sie eine neue Erfahrung gewesen: «Meine privaten Wohnpläne traten bei all dem Trubel in den Hintergrund. Dennoch hätte ich darüber informieren müssen – das ist mir heute klar.»

Gleichzeitig stehe für sie aber auch fest, dass ihre Wurzeln im Wynental seien und bleiben: «Ich bin überzeugt, dass ich auch nach einem Zusammenzug mit meinem Verlobten (bzw. Ehemann) die Interessen meiner Wähler vertreten kann.»

Laut der samstäglichen Einigung entscheidet nach dem 1. Oktober 2018 die Parteileitung der SVP Kulm, ob Karin Bertschi bei einem Wegzug ihr Mandat behalten darf oder nicht. Bei einem Härtefall (familiäre Gründe) vor dem Herbst 2018 entscheidet die Geschäftsleitung der SVP Aargau.

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