Kirchleerau
Kanton mietet Liegenschaft doch für Asylunterkunft - Gemeinde zufrieden

Während der Balkankrise war die Dorfstrasse 51 in Kirchleerau eine Asylunterkunft – jetzt ziehen wieder Flüchtlinge ein. Die Liegenschaft bietet Platz für bis zu 20 Personen.

Rahel Plüss
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Im Zweifamilienhaus wohnen voraussichtlich ab Mitte Januar 2016 alleinstehende Männer aus Syrien und Afghanistan. zvg

Im Zweifamilienhaus wohnen voraussichtlich ab Mitte Januar 2016 alleinstehende Männer aus Syrien und Afghanistan. zvg

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Nun bekommt Kirchleerau doch eine kantonale Asylunterkunft: Nachdem der Kanton im vergangenen Sommer das Mietangebot eines privaten Hauseigentümers noch ausgeschlagen hatte, kam das Departement Hochuli angesichts der angespannten Lage im Asylwesen vor kurzem erneut auf die Offerte aus Kirchleerau zurück. Das sagt der Gemeindeschreiber ad Interim, Alex Bissola, auf Anfrage.

Genaugenommen sei die Gemeinde ein weiteres Mal auf Regierungsrätin Susanne Hochuli zugegangen, nachdem ihr Departement Anfang Dezember erneut dazu aufgerufen hatte, mögliche Unterkünfte zu melden. «Ohne unser Nachhaken wäre die kantonale Unterkunft so wohl nicht zustande gekommen», so Bissola.

Platz für 15 bis 20 Personen

Inzwischen ist es definitiv: Der kantonale Sozialdienst mietet die Liegenschaft an der Dorfstrasse 51 für die Unterbringung von 15 bis 20 Personen, voraussichtlich alleinstehende Männer aus Syrien und Afghanistan. Balz Bruder, Leiter Kommunikation des Departements Gesundheit und Soziales (DGS), bestätigte eine entsprechende Medienmitteilung der Gemeinde.

Für die Gemeindebehörden war die Kehrtwende des Departements Hochuli mit Umtrieben verbunden. «Nach dem Nein vom Kanton wollten wir das Zweifamilienhaus eigentlich für die Unterbringung unserer drei Asylsuchenden mieten, die wir als Gemeinde gemäss Quote aufnehmen müssen», so Bissola. Weiter sei angedacht gewesen, allenfalls zusätzliche Asylsuchende für andere Gemeinden einzuquartieren. Doch dazu kam es nicht.

Alex Bissola, Gemeindeschreiber ad Interim in Kirchleerau: «Mit der kantonalen Asylunterkunft erfüllen wir die Aufnahmequote, die Ersatzabgaben fallen weg und die Betreuung der Asylsuchenden ist gewährleistet.»

Alex Bissola, Gemeindeschreiber ad Interim in Kirchleerau: «Mit der kantonalen Asylunterkunft erfüllen wir die Aufnahmequote, die Ersatzabgaben fallen weg und die Betreuung der Asylsuchenden ist gewährleistet.»

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Trotzdem ist man in Kirchleerau zufrieden mit der Lösung, Bissola spricht von einer «Win-win-Situation»: «Mit der kantonalen Asylunterkunft erfüllen wir die Aufnahmequote, die Ersatzabgaben fallen weg – das wären bei uns etwa 123 000 Franken oder rund 8 Steuerprozente – und die Betreuung der Asylsuchenden ist gewährleistet.» Die Unterkunft wird vom Kanton betreut, der mobile Nachtdienst des kantonalen Sozialdienstes führt Kontrollen durch. Auch die Regionalpolizei wird die Liegenschaft vermehrt überwachen.

Es ist nicht das erste Mal, dass in diesem Zweifamilienhaus an der Dorfstrasse Asylsuchende untergebracht werden. Während der Balkankrise zwischen 1995 bis 2001 lebten dort in Spitzenzeiten bis 22 Asylsuchende. Mitte 2001 wurde die damalige kantonale Unterkunft wieder geschlossen. Bissola: «Wir haben damals keine schlechten Erfahrungen gemacht.» Der Gemeindeschreiber ad Interim hofft auf eine ebenso wohlwollende Aufnahme der Asylsuchenden heute wie damals.

Der Bezug der Asylunterkunft soll voraussichtlich am 13. Januar 2016 erfolgen, wie Balz Bruder vom DGS bestätigt. Der Mietvertrag mit dem Kanton ist befristet. Ab 2018 hat der Eigentümer andere Pläne mit der Liegenschaft, das Gebäude soll vergrössert und saniert werden.

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