Wozu hat man ein frisch verschönertes Schloss vor der Haustüre? Etwa, um seine Einwohner auf dessen Terrasse mit einem Glühwein-Apéro zu empfangen, bevor sie an der Gemeindeversammlung Kredite genehmigen sollen. Den Schlossruedern wird dieser Genuss zuteil. Zwar ist es nicht Schlossherr Hans Hediger, der ausschenkt, dafür ist der wärmende Trunk eigens von der Feuerwehr Rued geköchelt.

In der Botschaft zur Gemeindeversammlung sticht ausnahmsweise eine Kreditabrechnung am stärksten hervor. Der 2011 gesprochene Kredit von 80'000 Franken zur Revitalisierung der Schlossmühle wurde um knapp 54'000 Franken unterschritten. Dies, weil der Müller aufgrund der komplizierten Lage entschieden hat, das Vorhaben nicht anzugehen. Der Betrag stand für die juristische Vorabklärung zur Verfügung (zur Ausführung der Revitalisierung wären dann weitere 240'000 Franken nötig gewesen). Wie der Gemeinderat ausführt, entstand ein jahrelanger Rechtsstreit mit der Abteilung Landschaft und Gewässer (ALG) des kantonalen Baudepartements.

Unter Druck verzichtet

Einerseits drehte sich dieser um den Erhalt des traditionellen, ehehaften Wasserrechts, andererseits hätte mit dem Wasser, welches zum Antrieb er Mühle eingesetzt worden wäre, ein Kleinkraftwasserwerk betrieben werden sollen. «Die ALG setzte alle Mittel ein, um beide Ziele zu verhindern und der Schlossmühle Rued im wahrsten Sinne das Wasser abzudrehen», heisst es. Der Mühleeigentümer verzichtete in der Folge auf eine Revitalisierung.

Bilder der Mühle (2015):

Als erster von zwei Krediten werden 160'000 Franken für die Sanierung des Flachdachs des Schulhausanbaus sowie der Aussenisolation des Zwischenbaus beantragt. Am Anbau aus dem Jahr 1992 mussten in den letzten Jahren vermehrt wegen Wassereinbrüchen Reparaturen vorgenommen werden. Die Kunststofffolie auf dem Dach ist spröde geworden, was zu Rissen geführt hat. Auch die Fassade muss überprüft und notfalls instand gestellt werden. Im gleichen Zug sollen die Oberlichter der Räume im Anbau aufgehoben werden. Die Sanierung soll 2020 erfolgen.

Schulinformatik aufrüsten

Als zweiten Kredit sollen die Stimmbürger 140'000 Franken für das Informatikprojekt der Schule Schlossrued sprechen. Benötigt werden sie für ein neues Netzwerk, mobile Schülergeräte und Hardware wie Visualizer, interaktive Wandtafeln und Laptops. Der Lehrplan 21 (ab Schuljahr 2020/21) sieht das Modul «Medien und Informatik» für die Kindergarten- und Primarstufen vor, damit Kinder lernen, mit digitalen Medien verantwortungsbewusst umzugehen, wie der Gemeinderat in der Botschaft schreibt. Die Schülerinnen und Schülern sollen ein Verständnis für die Aufgabe und Bedeutung der neuen Medien erwerben und diese kritisch und kompetent nutzen können. Dazu gehöre auch das Entwickeln eines entsprechenden Verantwortungsbewusstseins. Die Schule Schlossrued muss daher ihren Informatikbereich aufrüsten. Der IT-Bereich, so die Botschaft, gleiche momentan einem Flickwerk, da über mehrere Jahre nicht viel investiert worden sei.

Das Budget 2019 sieht mit einem unveränderten Steuerfuss von 123 Prozent einen Gewinn von 33'151 Franken vor. Gegenüber dem budgetierten Minus 2018 von 264'450 Franken ist dies eine Verbesserung von 231'299 Franken. Die finanzielle Lage der Gemeinde bleibe nach wie vor angespannt, schreibt der Gemeinderat.