Burg
Kanton fordert Auszonung von Bauland – nun legt Burg eigene Lösung vor

Die Gemeinde Burg wehrt sich gegen geplante Auszonung von 2,8 Hektaren Bauland. Sie schlägt nun stattdessen vor, die Fläche auf 1,6 Hektaren zu reduzieren – und benennt auch, wo die Auszonungen möglich sind.

Peter Siegrist
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Gemeindeammann Marcel Schuller: «Wir wollen unser Entwicklungsgebiet behalten und bieten eine Alternative an.»

Gemeindeammann Marcel Schuller: «Wir wollen unser Entwicklungsgebiet behalten und bieten eine Alternative an.»

Peter Siegrist

Die Umsetzung des revidierten Raumplanungsgesetzes (Annahme im März 2013) durch den Kanton konfrontiert im Oberwynental die kleine Gemeinde Burg mit der Verkleinerung der Bauzone.

Burg hat 966 Einwohner und eine Fläche von 94 Hektaren. Überbaut sind heute 30 Hektaren, 22 ha sind Wald.

Der Kanton verlangt jetzt von der Gemeinde im Gebiet Sandgasse, am südwestlichen Dorfrand, 2,8 Hektaren Bauland auszuzonen.

Diese Forderung war bei der Burger Behörde im vergangenen Juni gar nicht gut angekommen. «Die bezeichneten 2,8 Hektaren sind für uns das einzige Entwicklungsgebiet für Wohnen», sagte damals Gemeindeammann Marcel Schuller.

Die Gemeinde hat jetzt ihre Vernehmlassung zuhanden des Kantons bereinigt und beantragt, die auszuzonende Fläche auf 1,6 Hektaren zu reduzieren.

«Wir unterstreichen unsere Forderung mit dem Angebot weiter östlich von einer anderen Parzelle Bauland auszuzonen», sagt Schuller. Bei der Parzelle im Südwesten sei es durchaus möglich, südlich gegen den Wald hin, einiges auszuzonen, erklärt Schuller.

Der Rest biete sich der Gemeinde jedoch als einzige Möglichkeit an, um das Dorf weiter zu entwickeln.

Projekte für neue Wohnformen

Die Grundeigentümer seien hier mit der Gemeinde seit zwei Jahren im Gespräch und hätten bereits viel Geld in Vorprojekte investiert. Sie liessen von Wohnprofis verschiedene Wohnkonzepte entwickeln. Dabei gehe es um neue, der Gegend und der Bevölkerung angepasste Wohnformen.

Weitere Einfamilienhäuser oder neue Wohnblocks seien keine Lösung um neue Menschen zum Wohnen nach Burg zu locken. «Das funktioniert nicht», da ist Schuller sicher. Welche Wohnformen jetzt auf dem Prüfstand sind und wie die Vorprojekte aussehen, kann der Gemeindeammann noch nicht verraten.

«Angesichts der Flächen, die im Kanton sonst von Aus- und Einzonungen betroffen sind, sind die wenigen Hektaren, die Bauland bleiben, eine Kleinigkeit». Schuller erwartet, dass die Raumplaner des Kantons auf die Vorschläge des Gemeinderates eintreten und die Entwicklung von Burg nicht blockieren.

Die Vernehmlassung bei den Gemeinden und Regionalplanungsverbänden läuft bis zum 20. September. Im Oberwynental sind von Auszonungen auch die Gemeinden Reinach (1,8 ha), Gontenschwil (2,3 ha) und Menziken (3,6 ha) betroffen. Alle wollen sie über die betroffenen Flächen verhandeln.