«Hier möchten wir in einem Jahr lauter Kinder auf ihren Velos rumfahren sehen.» Markus Dobnik deutet auf den Quartierweg, der sich um die sechs Mehrfamilienhäuser im Holziker «Labi»-Quartier schlängeln. Die ersten der drei- und viergeschossigen Gebäude der wuchtige Überbauung, die in den letzten Monaten auf dem ehemaligen Areal der Gärtnerei Graber entstanden ist, sind bezugsbereit. Im Mai wird der erste Schub Mieter einziehen, der zweite folgt im Juli.

Dobnik, Geschäftsführer der Bauherrin Artemis Immobilien AG, ist noch auf der Suche nach Familien, die in die 4½-Zimmer-Wohnungen einziehen wollen. «Familien wollen lieber zuerst sehen, wie der Spielplatz und andere Spielmöglichkeiten konkret aussehen. Sie geben sich mit Plänen alleine oft nicht zufrieden», sagt er.

Kleine Wohnungen begehrt

Angesichts des aktuellen Vermietungsstands dürfte das Zögern der Familien aber ein kleines Problem sein, ja fast vernachlässigbar. Denn die typischen Single- und Paar-Wohnungen mit 2½ und 3½ Zimmern gehen der Bauherrin weg wie warme Semmeln. Von den insgesamt 80 Wohnungen im «Wohngarten» sind nur noch 28 frei. Die 24 Wohnungen mit 2½ Zimmern sind allesamt vermietet, von den 40 3½-Zimmer-Wohnungen bereits die Hälfte. Ein Drittel der Mieter hatte die neue Wohnung gar direkt ab virtuellem Model im Internet gemietet, bevor eine Musterwohnung zur Verfügung stand. Seit Besichtigungen möglich sind, führt Dobniks Kollegin Ivana Jukic praktisch jede Woche jemanden durch Holzikens neustes Quartier.

«Unsere Marktabklärungen hatten damals ergeben, dass Holziken ein Dorf ist, wo man nach dem Auszug aus dem Elternhaus auch gerne wohnen bleibt und die eigene Familie gründet, sagt Dobnik. Die Statistik der bisherigen Mieter scheint dies zu bestätigen. So würde ein Grossteil aus der näheren Umgebung herziehen. «Das halbe Dorf hat die Häuser am Tag der offenen Tür besichtigt» so Dobnik. Zum grossen Interesse am Projekt der Artemis Immobilien – sie gehört wie der Küchenkonzern Franke zur Artemis Holding AG des Unternehmers Michael Pieper – dürften auch die relativ moderat gewählten Preise beigetragen haben.

1230 Franken für eine Singlewohnung à 62,4 Quadratmeter, 1670 Franken für eine Paarwohnung à 88 Quadratmeter. «Wir mögen etwas tiefere Preise haben als andere Immobilienfirmen», sagt Dobnik. Damit könnten nicht nur schneller Mieter gefunden werden, diese würden auch länger hier wohnen bleiben. «Wir sind daran interessiert, dass die Leute auch eine Zeit lang hier wohnen und es keine stetigen Wechsel gibt.»

Mangelnder öV kein Thema

Hatte die mässige Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr in dem Fall keine Rolle gespielt? Für die jungen Mieter – über 35 Jahre alt seien nur wenige der Neubezüger – sei dies kein Kriterium gewesen, so Dobnik. Vielleicht auch, weil Holziken ein aktives Dorfleben habe und über Schulen und Einkaufsmöglichkeiten verfüge.

Die Pflanze auf einer der Terrassen verrät, dass die erste Bewohnerin bereits eingezogen ist. 100 weitere Personen werden nächsten Monat hinzukommen. Nun, da die Baugerüste weg sind, wirkt das neue Quartier zwischen Haupt- und Bachstrasse gleich weniger bedrohlich. Vor der Musterwohnung zur Hauptstrasse hin, in die Dobnik führt, plätschert der für die Siedlung renaturierte Obermattenbach. Die Räume sind grosszügig, Küche und Wohnzimmer verschmelzen. «Gerne hätten wir zwischen Strasse und Bach eine Lärmschutzwand gebaut», sagt er. Eine Holz- und Glaskonstruktion hätte der Bauherrin vorgeschwebt, doch wegen des zu kurzen Abstands zur Strasse habe der Kanton diese abgelehnt.

Bis die Bachufer und die Wiesenflecken zwischen den Häusern begrünt sind, dürfte es noch eine Weile gehen. Bis dann werden auch die beiden Spielplätze und der gedeckte Pavillon fertiggestellt sein. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Überbauung den kritischen Familien-Augen standhält.