Muhen

Jugendliche packen während einer Woche im Wald tüchtig mit an

Schüler des zehnten Schuljahres leisten in einer Spezialwoche Arbeitseinsätze für die Gesellschaft. So zum Beispiel im Wald von Muhen

Gestern Vormittag hat es fast ununterbrochen geregnet. Trotzdem lassen sich die Jugendlichen ihre gute Laune während ihres Waldeinsatzes nicht verderben. Ali Taskiran schneidet gerade Sträucher am Wegrand zurück, damit die Fahrzeuge der Förster wieder problemlos passieren können. Obwohl die Arbeit körperlich anstrengend ist, zeigt sich der 17-Jährige, der im Sommer eine Lehre als Anlagenführer beginnen wird, motiviert: «Es ist abwechslungsreich. Erstmals sehe ich, dass hinter der Forstwirtschaft viel Arbeit steckt.» Er sei selber aus der Region und grilliere im Sommer ab und zu mit Freunden im Wald. Erst jetzt während des Waldeinsatzes sei ihm aber aufgefallen, dass viel Abfall in den Wald geworfen werde. Ihm gefällt es, dass er selber etwas für die Natur leisten kann. Auch dass es regnet, nimmt er in Kauf, obwohl seine Converse-Schuhe durchnässt sind. «Forstarbeit ist draussen, egal bei welchem Wetter.»

Der Arbeitseinsatz im Wald findet im Rahmen der Spezialwoche der Kantonalen Schule für Berufsbildung (ksb) statt, die Brückenangebote vor einer Lehre oder der Mitteschule anbietet. Die Schüler konnten pro Klasse ein Projekt bestimmen, das sie realisieren möchten. «Meine Klasse entschied sich für einen Arbeitseinsatz», erklärt Lehrerin Esther Salzmann. Im Gespräch mit Gemeinden sei dann die Idee entstanden, im Wald zu helfen. Die konkrete Arbeit vor Ort wurde ihnen allerdings von den Förstern zugeteilt. Esther Salzmanns Klasse arbeitet die ganze Woche in Wäldern der Region, am Mittwoch sowie am Freitag im Wald von Muhen.

Förster Urs Gsell schätzt den Einsatz der Jugendlichen. Wichtiger als die geleistete Arbeit als solche ist ihm allerdings die Wertvermittlung: «Es ist gut, wenn die Jugendlichen den Wald erleben. Hier leisten sie Arbeit, die längerfristig wichtig ist, und sie erfahren, was es heisst, für die Zukunft zu planen.» So schneidet eine Gruppe von Jugendlichen Brombeerbüsche zurück, um junge Bäumchen zu schützen, die erst im letzten Jahr gepflanzt wurden. Dank ihrer Arbeit können die Bäume künftig ungehindert in die Höhe wachsen. Eine andere Gruppe pflegt Nadelbäume und stutzt abgestorbene Äste am unteren Teil des Stammes zurück. Dadurch erzielt der Stamm später einen höheren Preis.

An dieser Arbeit ist auch Jasmin Bosse. Mit der Astschere streckt sie sich nach einem Ast hoch über ihrem Kopf und trennt ihn vom Stamm. Nach dem zehnten Schuljahr wird Jasmin Bosse eine Lehre im Detailhandel beginnen. Obwohl sie, wie die anderen Schüler aus der Klasse, später beruflich nichts mit dem Wald zu tun haben wird, findet sie die Woche interessant: «Es ist anders als die übrige Arbeit. Das einzig Nervige ist der Regen. Doch die gute Laune lassen wir uns davon nicht vermiesen.»

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