Schöftland
Jugendarbeit statt Polizei-Patrouille

11 Gemeinden im oberen Suhren- und Ruedertal prüfen eine gemeinsame Jugendarbeit. Besonders betroffen ist aber die Zentrumsgemeinde Schöftland, wo sich viele Jugendliche treffen.

Aline Wüst
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Seit Jahren diskutieren man in den Gemeinden des oberen Suhren- und Ruedertal über die Notwendigkeit eines Angebots für Jugendliche. Getan hat sich bis heute nichts.

Nun hat die langjährige Schöftländer SP-Gemeinderätin Elsbeth Kaufmann (66) den Stein ins Rollen gebracht. «Es kann nicht sein, dass wir den Jugendlichen immer die Polizei hinterherschicken, ihnen aber keine Alternativen bieten», sagt sie.

Problem endlich anpacken

Die Konflikte mit den Jugendlichen sind in allen Gemeinden ähnlich. Besonders betroffen ist aber die Zentrumsgemeinde Schöftland, wo sich viele Jugendliche treffen. Anzutreffen sind die Jungen an wechselnden Plätzen im Dorf: Oft auf einer Bank am Waldrand, beim Kirchgemeindehaus oder vor dem Kindergarten Dorf. Zurück bleiben in vielen Fällen Abfall und Scherben.

Seit 2006 beratschlagen die Gemeindebehörden des oberen Suhren- und Ruedertals sowie Vertreter verschiedener Institutionen jährlich an einem runden Tisch über die Lösung des Problems. Diskutieren sei zwar gut, aber am letzten runden Tisch merkte Elsbeth Kaufmann, dass das Problem nun konkret angepackt werden muss. Denn eines war klar: Alle haben die gleichen Probleme. Darum ist es sinnvoll, gemeinsam eine Lösung zu finden. Die Vision: Eine professionell geführte Jugendarbeit. Ebenfalls schnell klar war, dass sich die Jugendarbeit nicht auf einen Standort konzentrieren soll. Angestrebt wird eine offene Jugendarbeit: Ein professioneller Jugendarbeiter soll die jungen Menschen dort abholen, wo sie sich aufhalten.

Der Kanton begleitet das Projekt

Letztes Jahr wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Präsidiert wird sie von Thomas Etter. Er ist Sozialarbeiter in Bremgarten. Neben Elsbeth Kaufmann ist ausserdem noch Danilo Perrotta, Primarlehrer in Mühlital, mit dabei. Alle wohnen in Schöftland.

Nun wird eine Bedarfsabklärung durchgeführt. Beteiligt sind die Gemeinden Hirschthal, Schöftland, Staffelbach, Attelwil, Wiliberg, Reitnau, Holziken, Moosleerau, Kirchleerau, Schlossrued und Schmiedrued. Begleitet wird das Projekt auch vom Kanton. Er beteiligt sich auch an den Kosten der Bedarfsabklärung. Die Hauptkosten der bewilligten 20000 Franken teilen sich aber die 11 involvierten Gemeinden.

In einem nächsten Schritt äussern sich im Oktober Gemeinde- und Kirchenvertreter sowie Lehrer, Hausabwarte und andere Schlüsselpersonen über ihre Vorstellungen betreffend Jugendarbeit.

Von November bis Januar klärt dann ein Fachmann die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen in den Gemeinden ab. Für Elsbeth Kaufmann ist die Bedarfsabklärung fundamental: «Mir geht es nicht darum, einfach eine Jugendarbeit herbeizuschwätzen, wenn es keine braucht.» Darum müssten die Bedürfnisse sorgfältig geprüft werden.

Anfangs 2012 liegen die Auswertungen der Abklärung vor. Dann können sich die Gemeinden entscheiden, ob sie sich weiter am Projekt beteiligen. «Falls Bedarf besteht, wollen wir 2013 mit der Jugendarbeit starten», sagt Elsbeth Kaufmann.

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