Muhen
Jugendarbeit in Muhen startet mit geöffneten Turnhallen und einem Musikstudio

Am Samstag wird das Pilotprojekt der Gemeinden Muhen, Safenwil und Walterswil für eine offene Jugendarbeit offiziell lanciert. Die Zusammenarbeit rührt daher, dass sie die einzigen in der Region ohne ein betreutes Jugendarbeitprojekt waren.

Henrik Furrer
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Die Jugendlichen in Safenwil bereiten sich auf das Töggeliturnier vom Samstag vor. zvg

Die Jugendlichen in Safenwil bereiten sich auf das Töggeliturnier vom Samstag vor. zvg

Als Startschuss für die dreijährige Pilotphase organisiert der «Verein für Jugend und Freizeit» zusammen mit den Gemeinden einen geführten öffentlichen Rundgang durch Muhen, Safenwil und Walterswil.

Während des einstündigen Anlasses mit anschliessendem Grillieren auf dem Begegnungsplatz in Muhen haben die Erwachsenen die Möglichkeit, sich ein Bild von der geplanten Jugendarbeit und den damit verbundenen Angeboten und Aktivitäten zu machen. Ausserdem können sie sich mit den Projektverantwortlichen austauschen und die Jugendlichen, die das Angebot nutzen, kennenlernen.

Offene Jugendarbeit

Ziel der offenen Jugendarbeit ist die Unterstützung der Jugendlichen in ihrer Freizeitgestaltung durch Projekte und Ideen. Für Tobias Bauer, den zuständigen Jugendarbeiter, ist es wichtig, dass die Interessen der Jugendlichen im Zentrum der Jugendarbeit stehen. «Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, sich in der Gemeinde einzubringen, damit sie sich dort auch wohlfühlen.» Er werde daher stets ein offenes Ohr für die Anliegen und Ideen der Jugendlichen haben, damit diese auch konkret umgesetzt werden können.

Der 30-Jährige hat bereits viel Erfahrung in der Jugendarbeit. Nach seinem Studium in Soziokultureller Animation in Luzern war er in verschiedenen Gemeinden als Jugendarbeiter tätig. «Die Jugendlichen haben so viel Energie, welche sie jedoch oftmals destruktiv ausleben.» Aus diesem Grund sei es so wichtig, auf die jungen Leute einzugehen.

Projekt läuft bereits

Die Pilotphase für die gemeinsame offene Jugendarbeit in Muhen, Safenwil und Walterswil läuft bereits seit Anfang 2015. Tobias Bauer hat die Jugendlichen in der Schule getroffen und sich mit ihnen unterhalten, das Projekt vorgestellt und Anregungen entgegengenommen. So wurden auch bereits erste Ideen von und mit den Jugendlichen umgesetzt. In den kalten Wintermonaten hat die Gemeinde Walterswil beispielsweise eine Turnhalle für «SportNights» zur Verfügung gestellt, was bei allen Altersgruppen sehr gut angekommen ist. Weiter ist in Safenwil das Errichten eines temporären Skateparks geplant und in Walterswil wird ein Musikstudio für die Jugendlichen eingerichtet. In Muhen unterstützt und beaufsichtigt Tobias Bauer den Jugendtreff, der zweimal monatlich stattfindet. Zusätzlich stellen ihm die Gemeinden ein Fahrzeug zur freien Verfügung, ausgerüstet mit diversen Spielgeräten und Liegestühlen, mit dem der Jugendarbeiter in den Gemeinden unterwegs sein wird und mit den Jugendlichen spontane Aktivitäten durchführen oder einfach nur gemeinsam «chillen» kann.

Die Gemeinderätin Muhens, Gertrud Jost, zeigt sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Projekts: «Die Jugendlichen in Muhen schätzen es sehr, dass Tobias Bauer einmal in der Woche mit seinem Fahrzeug auf den Schulhausplatz kommt.» Gertrud Jost ist Mitglied der Steuergruppe, zusammen mit dem Walterswiler Gemeinderat Dino Carpanetti und dem Safenwiler Gemeinderat André Diefenbacher. Sie betreuen, in Zusammenarbeit mit Tobias Bauer, das Projekt und treffen sich viermal pro Jahr, um sich über den Verlauf und die Weiterentwicklung der Jugendarbeit auszutauschen.

Geteilte Kosten

Finanziert wird das Pilotprojekt durch die beteiligten Gemeinden. Die Gesamtkosten belaufen sich voraussichtlich auf durchschnittlich rund 120 000 Franken pro Jahr. Aufgeteilt wird der Betrag aufgrund der Einwohnerzahl der Gemeinden. Ausserdem beteiligen sich die Kantone Aargau und Solothurn mit 25 bis 40 Prozent an den Projektkosten. Das Konzept der offenen Jugendarbeit ist für die Gemeinden Muhen, Safenwil und Walterswil eine neue Erfahrung. Nach zwei Jahren Laufzeit wird die Steuergruppe entscheiden, ob und wie das Projekt auch über die dreijährige Pilotphase hinaus weiterlaufen wird.