Jetzt ist der Fall des falschen Drogenschnelltests auch auf regierungsrätlicher Ebene angelangt. Dabei geht es um einen 14-Jährigen, dessen Drogenschnelltest nach einem Verkehrsunfall positiv ausfiel, die später durch die Rechtsmedizin ausgewertete Urin-Probe jedoch negativ war. FDP-Grossrat Adrian Meier aus Reinach wird an der Ratssitzung heute Dienstagnachmittag eine Interpellation einreichen.

Eigentlich gehe es nicht darum, dass der Drogenschnelltest gemacht wurde und um dessen Ergebnis. Sondern viel eher, dass die Kantonspolizei tags darauf in einer Medienmitteilung schrieb, dass dieser positiv ausgefallen sei, obwohl die Tests der Blut- und Urinprobe noch nicht bekannt waren. Der 14-Jährige wurde nachher laut Aussagen der Eltern schnell im Dorf Gontenschwil als Drögeler betitelt. «Ich bin das jüngste Ratsmitglied und es gibt mir zu denken, wenn ein 14-Jähriger in einem kleinen Dorf als Drögeler abgestempelt wird.»

Erste Interpellation von Meier

Deshalb hat der 23-jährige Meier eine Interpellation verfasst. «Für mich ist klar, dass man das hier nicht stehen lassen kann», sagt er. Meier wird damit seine erste Interpellation im Grossen Rat einreichen. «Es ist wohl symbolisch, dass ich mich auch im Grossen Rat für die Jugend einsetze.»

Aargauer Grossrat reicht Interpellation wegen falschen Drogentests ein

Der Bericht von TeleM1

Für Meier ist klar, die Kantonspolizei hätte das Resultat des Drogenschnelltest noch nicht kommunizieren dürfen. Erst, wenn dieses durch Blut- und Urinprobe bestätigt worden wäre. «Der Drogenschnelltest muss durchgeführt werden. Aber die Polizei müsste die B-Probe abwarten, bevor sie das Resultat kommuniziert.» Deshalb will er vom Regierungsrat wissen, ob ihm der beschriebene Fall bekannt ist.

Und er fragt beispielsweise: «Welche Vorkehrungen trifft der Regierungsrat, damit die Polizeiorgane mit Presseberichten in Zukunft wesentlich professioneller umzugehen in der Lage sind?» Zudem will er wissen, ob sich die Kapo Aargau beim betroffenen Jugendlichen und seiner Familie für ihr unverständliches Verhalten entschuldigt habe. «Dieser Vorfall ist sicherlich eine Belastung für die ganze Familie und auch schädlich für das Kind und seine Entwicklung», sagt Meier. Er wird nun die Antwort der Regierung abwarten und dann allenfalls weitere Schritte einleiten.