Das Anliegen der Ruedertaler Bevölkerung, endlich eine Busverbindung in den Kanton Luzern zu bekommen, ist einen Schritt weiter. Nachdem der EVP-Grossrat Uriel Seibert (25) über die Petitionsplattform «petitio.ch» einen Vorstoss gegen die Postauto-Sackgasse im Ruedertal lanciert und 110 Unterstützer gefunden hatte, wurde das Anliegen an die Gemeinde Schmiedrued-Walde weitergeleitet. Diese hat sich nun an den Kanton gewandt.

«Wir erwarten vom Kanton, dass er das Begehren der Bevölkerung ernst nimmt und in der Sache aktiv wird», sagt Gemeindeschreiber Heinz Glauser. Die Gemeinde hat deshalb beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt beantragt, das Anliegen in die kürzlich verabschiedete Mobilitätsstrategie einfliessen zu lassen und die Koordination mit dem Kanton Luzern zu übernehmen. Der Gemeinderat sichert der Projektleitung dafür heute schon seine aktive Mitwirkung bei der Umsetzung zu.

Worum geht es? Von der Bushaltestelle «Schiltwald-Wendeplatz» sind es nur wenige Meter bis zur Luzerner Kantonsgrenze. Doch eine Busverbindung in den Kanton Luzern gibt es nicht, obwohl zwei Luzerner Buslinien ennet der Grenze je eine Haltestelle bedienen. Wer von Schmiedrued aus nach Sursee will, muss zuerst nach Schöftland und danach mit dem Bus durchs Suhrental, über eine Stunde braucht der Passagier dafür. Dabei wären es von Schiltwald bis nach Etzelwil (Gemeinde Schlierbach) gerade mal drei Kilometer. Von dort ist man mit dem Bus in 20 Minuten in Sursee.

Bisherige Bemühungen gescheitert

Grossrat Uriel Seibert, der in Schlossrued wohnt, freut sich über die Weiterleitung seines Begehrens: «Das ist das einzig Sinnvolle, das man machen kann», sagt er. Schliesslich habe die Gemeinde schon vor Jahren Anstrengungen unternommen, diese Bus-Lücke zu schliessen. Ohne Erfolg. Die Bemühungen seien immer an den vergleichsweise hohen Kosten gescheitert. «Es wäre falsch, von der Gemeinde Schmiedrued zu erwarten, dass sie dieses Anliegen alleine zu bearbeiten hat», sagt Seibert. Zumal auch andere Gemeinden und vor allem die Kantone, die einen Grossteil oder künftig gar die gesamte Finanzierung der Linien tragen, mitbetroffen seien. «Ich begrüsse daher das Vorgehen der Gemeinde, das Anliegen bei den entsprechenden Stellen des Kantons anzubringen.»

Trotzdem will Uriel Seibert nicht untätig bleiben. Ein Vorstoss im Grossen Rat hat er bereits ins Auge gefasst. Auch will der umtriebige Aargauer Jungpolitiker das Anliegen persönlich bei seinen Ratskollegen im Nachbarkanton einbringen. Abwegig ist die Idee nicht, sind doch von dort schon positive Signale gekommen. Yvonne Zemp-Baumgartner, SP-Kantonsrätin aus Sursee und öV-Beauftragte der Region Sursee-Mittelland, liess sich neulich in der Surseer Woche so zitieren: «Ich bin gerne bereit, diese Idee über die Kantonsgrenzen hinweg genauer anzuschauen. Bestehende Linien zu optimieren ist immer einfacher als neue zu lancieren.» Periphere Buslinien seien finanziell immer etwas unter Druck; da könnten die Ruedertaler der Schlierbacher Linie Unterstützung bieten und diese stärken.