Bildung

Jetzt pressiert es: Die Gemeinde Kölliken hat einen Notstand – in Sachen Schulraum

Gegenüber dem Schulhaus Farbweg sollen die Schulraum-Module zu stehen kommen.

Gegenüber dem Schulhaus Farbweg sollen die Schulraum-Module zu stehen kommen.

Für den Bau von multifunktionalem Schulraum bleibt vorerst keine Zeit – Module für 3,7 Mio. Franken sollen ran.

Es pressiert in Sachen Schulraum in Kölliken. In den kommenden Jahren werden geburtenstarke Jahrgänge eingeschult. Und es hat nicht für alle zusätzlichen Kinder Platz. Es ist nicht so, dass die Gemeinde nicht reagiert hätte: Die Sommergmeind 2019 hatte einen Projektierungskredit von 392 000 Franken für «multifunktionalen Schulraum» gesprochen. Also Räume, die je nachdem, ob an der Schule Kölliken gerade viel oder weniger Schülerinnen und Schüler sind, als Schul- oder Werkzimmer genutzt werden können.

Doch inzwischen stellte man fest: Die Klassen werden grösser, bevor der zusätzliche Schulraum gebaut ist. Wie in der Broschüre zur Gemeindeversammlung vom 27. November steht, haben Schulpflege und Schulleitung dem Gemeinderat signa­lisiert, dass bereits ab Schuljahr 2021/2022 Schulraum not­wendig ist und gestaffelt über voraussichtlich drei Jahre sechs Klassenzimmer, ein Kindergartenraum sowie Nebenräume benötigt werden. Als Folge wurde das Projekt «Multifunktionaler Schulraum» abgebrochen (der entsprechende Kredit wird an einer künftigen Gmeind abgerechnet) und mit Schulpflege und Schulleitung über das neue Projekt «Modularer Schulraum» nachgedacht.

Um die Modulbauten zu realisieren, beantragt der Gemeinderat 3,7 Millionen Franken.

Abdeckung des Platzbedarfs für nächste drei Jahre

In diesem Kredit eingeschlos- sen sind eine zweigeschossige Modulanlage, ein Pausen- und Spielplatz, die ganze Möb- lierung und IT-Ausrüstung, Werkleitungsanschlüsse und Gebühren. Die Module kämen auf den Dorfplatz, gegenüber dem Schulhaus Farbweg, zu ste- hen. Das Raumprogramm, so die Broschüre, umfasst sieben Schulzimmer, einen Kindergarten, fünf Gruppenräume so- wie Sanitär-und Technikräume. Der Platz, der so entsteht, vermag den Schulraumbedarf der nächsten drei Jahre abzudecken. Der Gemeinderat hält es für sinnvoll, alles in einem Zug und nicht Schritt für Schritt zu errichten, so können die Kosten tiefer gehalten werden.

Die zweitgrösste beantragte Summe an der Gmeind sind 760000 Franken für die generelle Entwässerungsplanung (GEP). Sie stammt aus dem Jahr 2004 und muss überarbeitet werden. «Die zu erstellende GEP der zweiten Generation sieht eine umfassende Bearbeitung mit Hilfe neuester Erkenntnisse, Arbeitsmittel und -methoden vor», schreibt der Gemeinderat in der Broschüre. Vom Kanton können 90000 Franken als Beiträge fliessen, eine Zusicherung hat die Gemeinde aber noch nicht.

Als dritter Kredit sind 505000 Franken für die Erschliessung des Gebiets Wallenmatt beantragt. Dort sollen dereinst 77 Wohnungen gebaut werden. Die Erschliessung beinhaltet einen Teilausbau des bestehenden Weges, eine Verlängerung der Zufahrt bis an die Grundstücksgrenze, eine Fusswegverbindung zwischen Dorfbach und Wallenmatten sowie die erforderliche Wegbeleuchtung. Weiter ist ein Kredit über 295000 Franken für den Ersatz der Wasserleitung im Gebiet Belchen beantragt. Die heutige Leitung ist 117 Jahre alt.

Feuerwehrfahrzeug muss noch abgerechnet werden

Die Kölliker Gmeind (wie am selben Tag auch diejenige von Muhen) muss auch den Gemeindevertrag über die gemeinsame Führung der Oberstufe als Kreisschule Kölliken-Muhen genehmigen. An der Kreisschule ändert sich nichts, die Änderungen sind formeller Natur. Unter anderem wird im neuen Vertrag geregelt, dass sowohl Muhen als auch Kölliken als Sekundar- und Realschulstandorte (Sereal) geführt werden und Kölliken Schulstandort für die Bezirksschule ist.

Als Kreditabrechnung ist das neue Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr auf der Traktandenliste, das kürzlich pompös eingeweiht wurde. Dank einer Kreditunterschreitung von 14000 Franken kostet es die Gemeinde gut 510'000 Franken.

Die Rechnung 2019 schliesst mit einem Plus von 456'347 Franken. Budgetiert war ein Minus von 299'115 Franken. Das Budget 2021 sieht noch düsterer aus. Man rechnet mit einem Verlust von 1,36 Millionen Franken, unter anderem wegen tieferen Steuereinnahmen und höheren Sozialkostenausgeben. Der Gemeinderat schreibt, er sei sich der Wichtigkeit der zukünftigen Finanzstrategie bewusst, auch, weil noch «grössere Investitionen» anstehen. Er habe sich jedoch bewusst gegen eine Steuerfusserhöhung für 2021 entschieden. Es bleibt bei 114 Prozent.

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