Oberkulm
Jetzt kommt es zur Kampfwahl um den letzten Sitz im Gemeinderat

Nachdem nach dem ersten Wahlgang der fünfte Sitz im Oberkulmer Gemeinderat nicht besetzt werden konnte, bewerben sich jetzt Verena Brändli (FDP) und Ernst Faltinek (parteilos) um das Amt. Beide möchten sich für das einheimische Gewerbe einsetzen.

Janine Müller
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Verena Brändli und Ernst Faltinek wollen in den Gemeinderat.jpg

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Janine Müller

Wider Erwarten kommt es in Oberkulm zu einer Kampfwahl um den vakanten Gemeinderatssitz. Verena Brändli (FDP) und Ernst Faltinek (parteilos) wollen den freien Platz erobern. Dabei stellte sich für den ersten Wahlgang vom 22. September für den fünften Sitz niemand zur Verfügung. «Es war bei uns in den letzten Jahren schon immer schwierig, jemanden für dieses Amt gewinnen zu können», sagte damals Gemeindeammann Edmund Studiger.

Nun buhlen gleich zwei Kandidaten um den freien Sitz: Verena Brändli (54), Geschäftsführerin ihrer eigenen kleinen Firma mit Schwerpunkt Glasschmuck, ist in Oberkulm aufgewachsen. Vor 15 Jahren kam sie mit ihrem Mann und ihrer mittlerweile erwachsenen Tochter zurück an den Ort ihrer Kindheit. Der aus Österreich stammende Ernst Faltinek lebt seit 35 Jahren in Oberkulm. Der ehemalige Lifttechniker ist pensioniert und passt mit seiner Frau gerne auf seine Enkelkinder auf.

Die Wahlen im November

Roger Schmid, der bisherige Vizeammann, wurde still wiedergewählt. Folglich wird in Oberkulm am 24. November noch das fünfte Gemeinderatsmitglied sowie ein Stimmenzähler gewählt. (jam)

Warum erst jetzt!

Die Frage, die sich stellt: Warum kandidieren die beiden erst jetzt? «Ich habe nach den Wahlen im September mit Gemeinderäten gesprochen», erklärt Ernst Faltinek. «Danach habe ich mich spontan entschlossen, zu kandidieren.» Die nötigen Unterschriften habe er rasch beisammen gehabt. Er habe sich extra früh angemeldet, in der Hoffnung auf Konkurrenz. «Damit das Volk eine Auswahl hat», begründet der 67-jährige Pensionär. Das sei wichtig und richtig.

Die Konkurrenz blieb nicht lange aus. Die SVP bekam Wind von Faltineks Kandidatur und machte sich auf die Suche nach einem Kandidaten. Fündig wurden sie in der FDP-Frau Verena Brändli (54). Noch bevor sie sich definitiv für die Kandidatur entschlossen hat, reagierte auch die eigene Partei. Brändli wollte mit deren Unterstützung ins Rennen um den Gemeinderatssitz. Sie weiss im Wahlkampf also Vertreter der FDP und der SVP hinter sich.

Wage Äusserungen zur Fusion

Das allgegenwärtige Thema – die Fusion mit Unterkulm – beschäftigt beide. Sich konkret dazu äussern wollen sie aber nicht. «Eine Fusion hat Vorteile», bleibt Faltinek wage. «Es wäre spannend, an diesem Projekt mitzuarbeiten.» Brändli wägt diplomatisch ab. «Es ist gut, dass man Abklärungen bezüglich Fusion getroffen hat.» Aber ob die Gemeinden reif seien für eine Fusion, diese Entscheidung wolle sie dem Souverän überlassen. Klar ist für beide: Kommt es zu einer Fusion, seien sie nicht die richtigen für das neue politische Gremium. Bis dahin aber wollen sich beide für «das Wohl der Bevölkerung einsetzen» und kandidieren darum für den Gemeinderat.

Einsatz für heimisches Gewerbe

Die Ziele von Brändli und Faltinek ähneln sich: Beide wollen sich für das einheimische Gewerbe starkmachen und Arbeitsplätze erhalten. Brändli möchte sich auch für den Verkehr einsetzen: «Ich finde es nicht gut, dass nur die WSB-Haltestelle Oberkulm stehen bleiben soll. Das ist eine Verminderung der Lebensqualität und eine Verschlechterung des Standorts.» Faltinek möchte sich für die Infrastruktur und den Ausbau der Schulgebäude einsetzen.