Kölliken
Jetzt fahren noch mehr Lastwagen durchs Dorf – Gemeinde lässt Schulweg sichern

200 Lastwagen fahren bis im Sommer täglich zusätzlich durchs Dorfzentrum.

Flurina Dünki (Text und foto)
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Ein Mitarbeiter der Daru-Wache AG achtet beim Kölliker Sonnenkreisel darauf, dass Fussgänger sicher über die Strasse kommen. fdü

Ein Mitarbeiter der Daru-Wache AG achtet beim Kölliker Sonnenkreisel darauf, dass Fussgänger sicher über die Strasse kommen. fdü

Flurina Dünki

Die Kölliker Vögel können noch so laut zwitschern an diesem Frühlingstag. Am stark frequentierten Sonnenkreisel im Dorfzentrum werden sie von Autos und Lastwagen übertönt. Seit letzter Woche rumpeln hier noch mehr Lastwagen pro Tag vorbei, auf ihrem Rückweg von der Sondermülldeponie (SMDK) zur Bohrstelle des Eppenbergtunnels. Noch ist gemäss SBB die höchste Dichte von 200 Lastwagen täglich nicht erreicht, da zu Beginn der Transporte die Prozesse noch eingespielt werden müssen.

Es ist Mittagszeit. Von den wenige Meter entfernten Schulhäusern und dem Kindergarten an der Berggasse strömen hungrige Kinder auf den Kreisel zu. Neben dem Mann in der Leuchtweste, der beim Fussgängerstreifen an der Hauptstrasse steht, hält eines nach dem anderen inne. Der Lotse stoppt den Verkehr und geleitet die Kinderschar zum gegenüberliegenden Trottoir. An vier strategischen Punkten in Kölliken und Gretzenbach hat die Daru-Wache AG im Auftrag der SBB Mitarbeiter zur Schulwegsicherung positioniert. Denn noch bis im Sommer rollt alle paar Minuten ein Lastwagen mitten durch die Ortszentren.

Der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Fussgänger wie Schülerinnen und Schüler sei ihm ein Anliegen, teilt der Gemeinderat Kölliken mit. Neben dem Übergang beim Sonnenkreisel werden die Fussgänger auch beim Queren der Schönenwerdstrasse auf Höhe Farbweg geleitet.

Rückweg durch drei Dörfer

Während die Transporter den Weg von der Tunnelbaustelle in Wöschnau zur SMDK via Autobahnzubringer und die A1 zurücklegen, fahren die leeren Lastwagen mitten durch die Ortszentren von Kölliken, Gretzenbach und Schönenwerd. Seit sich im Januar die Tunnelbohrmaschine bei Wöschnau in den Eppenberg gräbt, fällt tonnenweise Aushubmaterial an, das zur Wiederauffüllung der SMDK verwendet wird. Die Gesteinstransporte dauern bis zum Bauende im Jahr 2020, der Monsteranteil findet jedoch in den nächsten Monaten den Weg nach Kölliken. Rund 350'000 Tonnen Eppenberggestein überdecken bis im Sommer den Deponieboden. Der Tunnelaushub kommt für die SMDK zur rechten Zeit, die Auffüllung stellt die letzte Etappe der 900 Millionen Franken teuren Sanierung dar.

Der dichte Fahrplan der Materialtransporte hätte bisher zu keinen negativen Rückmeldungen an die Gemeindeadresse geführt, teilt der Gemeinderat Kölliken auf Anfrage mit. Es sei zwar feststellbar, dass mehr Lastwagen mit grossen Muldenanhängern durchs Dorf fahren. Doch die Sicherheitsdienste bei den Fussgängerübergängen würden ein sicheres Queren der Strassen gewährleisten. Markante Zusatzstaus oder andere Verkehrsbehinderungen können aktuell nicht festgestellt werden.

Der Eppenbergtunnel, in dem die Bahn auf zwei neuen Spuren Schönenwerd umfahren kann, wird dereinst 3114 Meter lang. 900 Meter davon sind zum Zeitpunkt ausgebrochen.

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