Gontenschwil
Jeden Morgen neu, der Duft des frischen Brotes

Kevin und Stefanie Sollberger haben die Dorfbäckerei von den Eltern Peter und Elisabeth Sollberger übernommen. Jetzt trägt die 4. Generation die Verantwortung. Sie freut sich auf das, was auf sie zukommt.

Peter Siegrist
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Kevin und Stefanie Sollberger haben die Bäckerei übernommen. psi

Kevin und Stefanie Sollberger haben die Bäckerei übernommen. psi

Bäckermeister Kevin Sollberger, 30, sagt: «Der Duft des frischen Brotes, der aus Vaters Backstube zur Wohnung aufstieg, weckte mich als ich noch Kind war, und ich rieche es heute noch gern.» Kevin Sollberger hat im elterlichen Betrieb Beck gelernt, und dies aus freien Stücken, wie er sagt: «Meine Eltern übten keinen Druck aus.» Aber bereits als Kind habe er dem Vater gerne im Betrieb geholfen, die Arbeit mit Teig und Backofen habe ihm gefallen. Nach der Lehr- und Wanderzeit hat er wieder im Familienbetrieb gearbeitet.

Vier Generationen Sollberger

Die Eltern, Peter und Elisabeth Sollberger führten die Bäckerei während 31 Jahren, sie übernahmen sie in der 3. Generation von Otto Sollberger Junior. Den Grundstein hat 1929 Otto Sollberger Senior gelegt.

Peter Sollberger hat das Geschäft in die moderne Zeit geführt und den ganzen Wandel zu neuen Rezepturen, dem Ausbau des Take-away-Sortimentes und der Einführung der Informatik stetig mitgemacht. Der letzte grosse Schritt war die Eröffnung des Cafés und Bistro im Business-Center in Menziken.

Die Familie ist übereingekommen, den Generationenwechsel zu vollziehen, und Vater Sollberger, 56, hat das Geschäft seinem Sohn übergeben. «Es ist quasi ein Rollentausch», sagt der junge Meister, «mein Vater ist jetzt als Mitarbeiter bei mir angestellt.» Das sei für beide Seiten ein Gewinn. Vater Sollberger konnte sich von Aufgaben entlasten und der Sohn hat einen Stellvertreter und Berater im Geschäft, der den Betrieb und die Kundschaft bestens kennt.

«So eine Geschäftsübergabe ist ein langer Prozess», sagt Kevin Sollberger, «da stecken wir mittendrin.»

Freude herrscht

Sollberger freut sich, gemeinsam mit seiner Frau den Betrieb weiterzuführen. Stefanie Sollberger kommt aus dem Detailhandel und hat sich in Weiterbildungen das nötige Rüstzeug für die Selbstständigkeit geholt. Das Zusammenspiel zwischen Verkauf im Laden und Produktion in der Backstube sei wichtig, erklärt Sollberger, «nur so können wir flexibel auf Kundenwünsche reagieren und den Puls der Kundschaft spüren.».

Sollberger freut sich, als Bäckermeister selbstständig zu arbeiten. «Das ermöglicht mir einen gewissen kreativen Gestaltungsraum, und mir gefällt es, wenn kein Arbeitstag dem andern gleicht.» Dass Selbstständigkeit auch Risiko birgt, verschweigt der junge Geschäftsmann jedoch nicht.

In der Backstube, den beiden Läden und im Café arbeiten 19 Personen. Die Bäckerei Sollberger ist auch Lehrbetrieb, Vater Sollberger hat in drei Jahrzehnten 27 Bäckerlehrlinge ausgebildet. Was er besonders gern mache? «Immer wieder in der Backstube etwas Neues kreieren», sagt der Bäcker, «innovativ sein bedeutet auch, die Kunden zu überraschen.»