Teufenthal
Ja zur Pensenerhöhung bei der Schulsozialarbeit

Der Gemeinderat kann zufrieden sein: die Stimmberechtigten haben allen Anträgen deutlich zugestimmt. Der Steuerfuss wird um 4 Prozent auf 122 Prozent erhöht.

Jürg Nyffenegger
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Die Teufenthaler müssen künftig tiefer in die Tasche greifen: Die Gmeind sagte Ja zu einer Steuerfusserhöhung um 4 Prozent.

Die Teufenthaler müssen künftig tiefer in die Tasche greifen: Die Gmeind sagte Ja zu einer Steuerfusserhöhung um 4 Prozent.

KEYSTONE

103 von 1017 stimmberechtigte Teufenthalerinnen und Teufenthalern nahmen die Gelegenheit wahr, an der Gmeind vom Freitagabend mitzureden und mitzubestimmen. Auf der Traktandenliste standen mindestens zwei Positionen, deren Ausgang alles Andere als gewiss war – so etwa das Traktandum drei: Da ging es nicht nur um die definitive Einführung der Schulsozialarbeit an der Kreisschule Mittleres Wynental und den Primarschulen von Teufenthal, Unterkulm und Oberkulm, sondern auch um die Erhöhung der Stellenprozente von aktuell 80 auf 140 Prozent. «Wer die Dienste der Schulsozialarbeiter in Anspruch nimmt, soll dafür bezahlen», meinte ein Votant, und ergänzte, die Eltern seien in die Pflicht zu nehmen.

Er wurde dann aber darauf hingewiesen, dass sich die Gesellschaft stetig verändere, dass die Eltern oft überfordert seien und dass Mobbing leider zum Schulalltag gehöre. Da sei Prävention unverzichtbar, und sie sei mit Sicherheit billiger und sinnvoller als Feuerwehrübungen, wenn etwas passiert sei. Die Anwesenden stimmten dem Projekt deutlich zu. Allerdings gab es 21 Gegenstimmen und recht viele Enthaltungen.

Höhere Steuern – ein Muss

Es gibt zweifelsohne Schöneres zu bewilligen, als höhere Steuern. Der Teufenthaler Steuerfuss sollte um 4 Prozente auf 122 Prozente angehoben werden. So schlug es der Gemeinderat vor. Bedeutende Investitionen würden anstehen und die Einnahmen könnten diese und die vielen anderen, nicht beeinflussbaren Aufwendungen nicht decken. Es gab Voten aus der Versammlungsmitte, die das Vorhaben skeptisch beurteilen. Ein Fass ohne Boden? Der Gemeinderat hatte ausgerechnet, mit wie viel Mehrausgaben Paare und Einzelpersonen rechnen müssen. Sie sind moderat und deshalb verkraftbar. Der Souverän sagte Ja zum Budget mit höheren Steuern.

Ortsbürgergemeinde bleibt

Der Gemeinderat stellte die Auflösung der Ortsbürgergemeinde zur Diskussion und folgt damit einer im Kanton festzustellenden Trend. Er sieht darin auch eine Minimierung des administrativen Aufwands. Schliesslich äussern sich die Stimmberechtigten konsultativ positiv. Anders sahen es anschliessend die 7 von 54 anwesenden Ortsbürger in ihrer Versammlung. Es gebe keinen Handlungsbedarf, die Ortsbürgerschaft stehe nicht vor dem Ruin. «Abwarten und stillhalten», fasste Gemeindeammann Urs Lehner die Diskussion zusammen.