Reinach

Integrationskurs für junge Asylsuchende resultiert in zwei Festanstellungen

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Das Projekt «Jubiar» bietet jungen Asylsuchenden beruflich ausgerichtete Tagesstruktur. Der erste Kurs ist erfolgreich zu Ende gegangen.

Die Gemeinden und sozialen Institutionen im oberen Wynental wollen alles daransetzen, die vielen Menschen aus dem Asylbereich in der Region sozial und beruflich zu integrieren. Dabei geht es mehr als nur um Nächstenliebe. «Wenn wir nichts unternehmen, laufen wir mit den Sozialkosten in ein Desaster rein», sagt der Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz.

So oder ähnlich sieht es auch der Kanton. Mit Geldern aus dem Swisslosfonds unterstützt er Integrationsprojekte in den Regionen. Neben «Jobwärts», das von der Organisation «Impuls Zusammenleben aargauSüd» in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Reinach, Menziken und Burg ins Leben gerufen wurde und die langfristige Integration von Sozialhilfeempfängern zum Ziel hat, hat vergangenes Jahr ein weiteres Projekt mit Unterstützung des Swisslos-Fonds (100 000 Franken) und der Glückskette (ebenfalls 100 000 Franken) gestartet: «Jubiar».

Zentrale Kompetenzen erlernen

«Jubiar» – der Name steht für Jugend, Bildung, Arbeit – will gezielt jungen Menschen mit Flüchtlings- und Asylhintergrund eine beruflich ausgerichtete Tagesstruktur bieten und ihnen im Sinne einer Vorlehre die Möglichkeit zum Aufbau von zentralen Kompetenzen geben, die für eine berufliche Integration in der Schweiz erforderlich sind.

Warum engagiert sich die Stiftung Lebenshilfe, eine Institution für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung, im Asylbereich? «Genau deshalb, weil wir spezialisiert sind und jahrelange Erfahrung haben, Menschen mit Handycaps in die Selbstständigkeit zu führen», sagt Geschäftsleiter Martin Spielmann. «Seit wir im Zuge einer Neukonzeption 2000 den Stiftungszweck erweitert haben, sollen unsere Leistungen grundsätzlich Menschen mit Unterstützungsbedarf zugutekommen.»

Gestartet hat der erste «Jubiar»-Kurs im vergangenen August. 16 Teilnehmende, die meisten aus Eritrea, besuchen seither in zwei Klassen jeweils vormittags einen Integrationsunterricht im Wechsel mit dem Arbeitsunterricht, wo für die Allgemeinheit Aufträge erledigt und die Kompetenzen dafür erlernt werden. Nachmittags besteht ein zusätzliches, freiwilliges Arbeits-Angebot – das rege genützt wird. «Die hohe Motivation von den Leuten hat mich am meisten überrascht», so Spielmann.

Unterricht und Coaching leiten drei Mitarbeitende der «Lebenshilfe». Der Unterricht findet im Centralschulhaus und im Freizeithaus Unterwerk statt und läuft erfreulich. «Unsere Teilnehmenden sind voll aufgenommen und werden als eine Bereicherung wahrgenommen», sagt Monika Landmann, «Jubiar»-Projektleiterin der «Lebenshilfe».

Job oder Lehrstelle gefunden

Ende Januar ist der erste Kurs abgeschlossen. Das Resultat ist beachtlich: Zwei Personen werden wohl eine feste Stelle in einem Betrieb der Region bekommen, zwei weitere eine Lehrstelle, die Gespräche sind noch im Gang. Auch Praktika sind in Aussicht gestellt.

Alle, die gesundheitlich dazu in der Lage waren (14), schliessen den Kurs ab und bekommen ein Zertifikat. «Das hätte ich nie als Ziel zu formulieren gewagt», sagt Martin Spielmann. «Das gibt uns Schub zum Weitermachen.» Das zweite Programm folgt auf den Fuss. 16 neue Teilnehmende starten mit dem Kurs im Februar.

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