Reitnau
In Reitnau gab es dreckigen Rock 'n Roll zum Sumpf am Hoger

Wer ein rechter Bergrennen-Fan ist, lässt sich von ein bisschen Regen die gute Laune nicht verderben. Das Publikum freute am Rennen und an den Show-Einlagen, wie jener des Pontiac Trans Am des Lokalhelden Roger Bolliger.

Peter Weingartner (Text und Fotos)
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47. Bergrennen Reitnau
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47. Bergrennen Reitnau

Zwischen sieben und acht Uhr ist Schlimmstes zu befürchten: Zwar hagelt es nicht wie im Nachbardorf, aber es schüttet gehörig. «Wir mussten eine Trainingsfahrt kurz unterbrechen», sagt Marc Frey vom OK des 47. Bergrennens in Reitnau, «doch nach 12 Jahren Superwetter darfs auch mal regnen.» Das findet offensichtlich auch das Publikum an diesem Sonntagmorgen. Unbeirrt schleppt es Tonnen den Berg hoch: Klappstühle, Kühlboxen, Regenschutz. «So jung und so tot», sagt ein junger Mann, früh ermattet. Die gute Aussicht will verdient sein.

Erstmals wird der oberste Streckenabschnitt auf Grossbildschirm übertragen. Für das Publikum am Haupthoger, bevor es gegen das Schützenhaus hoch geht. Emil Sidler war am Vorabend noch am Luzerner Fest, und am Sonntag früh um vier baute er mit seiner Crew die Anlage in Reitnau auf. Kein Wunder, leistet sich sein Kollege im Auto ein Nickerchen. Sidler hat auch den Festbetrieb in der Nacht mitgekriegt, denn es gibt Freaks, die am Berg übernachten.

Mit Rockmusik gegen den Motorenlärm

Ein Raunen geht durch die Menge, Gelächter: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. René Bürki ist mit seinem BMW im Rapsfeld gelandet. Und dies auf einer geraden Strecke. Falsche Pneus? Passiert ist nichts; der Kranwagen kommt zu seinem ersten Einsatz. Wer an diesem Vormittag mit Ballerinas unterwegs ist, hat (ebenfalls?) auf falsches Schuhwerk gesetzt. Michel Erismann lässt auf Radio Reitnau die Stones «Brown Sugar» spielen. «Brown Shoes» träfe die Sache besser. Ein Bauer legt grosszügig Stroh nach, damit man einigermassen sauber zu seinem Wiesenplatz kommt.

Der relativen Eintönigkeit der Motorenrohrens, versetzt mit vereinzelten Knalleinlagen, setzen Publikumsgruppen ihre eigenen Soundmaschinen entgegen. Die Stilrichtung ist gegeben und passt: mehrheitlich erdig-dreckiger Rock. Highway to Hell. Beim Gottesdienst setzt nochmals heftiger Regen ein. «Zeit zum Pneuwechseln», meint ein Besucher. Das Publikum freut sich an den Show-Einlagen, sei es der Pontiac Trans Am des Lokalhelden Roger Bolliger oder der Monster-Race-Truck der Zigarrenfabrik Villiger. Am meisten Applaus aber holt das schwächste Gefährt des Tages. Eine Eigenkonstruktion mit Bierharassen als Sitz. Ja, auch bei Schlechtwetter ist Bier beliebt.

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