Gemeinderatswahlen
In Kölliken sind erst zwei Gemeinderäte gewählt

Steven Schneider (SP) und Fredy Gut (FDP) wurden im Amt bestätigt, neue Kandidaten verfehlen das absolute Mehr.

Lilly-Anne Brugger
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Der bisherige Fredy Gut, FDP, erreichte 684 Stimmen und ist gewählt. Ebenfalls gewählt ist der bisherige Steven Schneider, SP, mit 772 Stimmen.

Der bisherige Fredy Gut, FDP, erreichte 684 Stimmen und ist gewählt. Ebenfalls gewählt ist der bisherige Steven Schneider, SP, mit 772 Stimmen.

AZ

Das beste Resultat der sieben Kölliker Gemeinderatskandidaten erreicht Steven Schneider (SP) mit 722 Stimmen. «Ich bin sehr zufrieden mit diesem Resultat. Für einen SP-Kandidaten ist eine so hohe Stimmenzahl nicht selbstverständlich», meint Schneider nach Bekanntwerden der Wahlresultate.

Obwohl er mit dem besten Resultat in den Gemeinderat wiedergewählt wird, reicht es Schneider nicht für die Wahl zum Vizeammann. Dort verpasst er das absolute Mehr knapp um 13 Stimmen. «Fredy Gut war ein starker Gegenkandidat als Vizeammann», sagt Schneider. Trotzdem ist er zufrieden mit dem Resultat und will im 2. Wahlgang am 24. November nochmals als Vizeammann antreten.

Im zweiten Wahlgang als Ammann

Zweitbestes Resultat in den Gemeinderatswahlen erzielt der bisherige Vizeammann Fredy Gut mit 684 Stimmen. «Dieses Resultat gibt auch Bestätigung und Genugtuung für die geleistete Arbeit», meint Gut. Er kandidierte ebenfalls als Vizeammann, lag aber mit 255 Stimmen klar hinter Schneider. Auch die Wahl zum Ammann schaffte er nicht. Gut war nicht offiziell angemeldet, hatte aber zu verstehen gegeben, dass er das Amt im Falle einer Wahl annehmen würde. So erreicht er zwar 290 Stimmen als Gemeindeammann, verpasst aber das absolute Mehr um 39 Stimmen.

Für ihn sei jetzt klar, dass er im zweiten Wahlgang nicht mehr als Vizeammann antreten werde. «Sondern ich werde im November als Ammann antreten», sagt Gut.

Die fünf neuen Kölliker Gemeinderatskandidaten – drei offizielle und zwei wilde – verpassen das absolute Mehr von 379 zum Teil deutlich. 989 Stimmen vereinzelt gültige Stimmen haben das absolute Mehr deutlich in die Höhe getrieben. Die Wahlbeteiligung war mit 38,6 Prozent (bezogen auf die Gemeinderats-, Ammann- und Vizeammannwahlen) in Kölliken rund 10 Prozent tiefer als die durchschnittliche Beteiligung an den kantonalen Abstimmungen.

24 Stimmen fehlten Maurer

Werden nur die nicht Gewählten betrachtet, kann Walter Maurer (EVP) mit 355 Stimmen das beste Resultat verbuchen. «Ich bin schon etwas enttäuscht, dass ich wegen 24 Stimmen nicht schon im
1. Wahlgang gewählt worden bin», sagt Maurer. Es sei aber auch eine verzwickte Ausgangslage gewesen für diese Gemeinderatswahlen, fügt Maurer an. So wusste er von verschiedenen Personen, die ihren Stimmzettel mit Kölliker Bürgern aufgefüllt haben, um so das absolute Mehr in die Höhe zu treiben – und ungewünschten Kandidaten den Einzug in den Gemeinderat zu erschweren.

Für Maurer ist klar, dass er für den zweiten Wahlgang im November antreten wird. Auch Roland Frei (FDP) will nicht jetzt schon die Flinte ins Korn werfen und plant ebenfalls, sich für den 2. Wahlgang zumelden. «Ich darf mit dem Wahlresultat zufrieden sein», zieht er Bilanz. Er erreichte mit 343 Stimmen das zweitbeste Resultat der neuen Kandidaten – obwohl er als wilder Kandidat nicht auf der offiziellen Wahlliste verzeichnet war.

Ebenfalls als wilder Kandidat trat Christoph Müller (FDP) an. Er erreicht mit 285 Stimmen das fünftbeste Resultat der sieben Gemeinderatskandidaten. Gleichzeitig ist der amtierende Präsident der Finanzkommission auch in die Fiko wiedergewählt worden. Aus diesem Grund – und weil er zuerst mit seiner Partei Rücksprache halten will – mag sich Müller noch nicht zu einem allfälligen zweiten Wahlgang äussern.

Pro Kölliken ist enttäuscht

Ernüchtert über den Wahlausgang zeigt sich Georges Bachmann (Pro Kölliken). Mit nur 237 Stimmen verfehlt er das absolute Mehr klar, genauso wie sein Parteikollege Ruedi Lüthi mit 167 Stimmen. «Ich bin enttäuscht, dass man in Kölliken die etablierten Parteien weiterhin wählt und Pro Kölliken nicht berücksichtigt hat», so Bachmann auf Anfrage. Für ihn ist deshalb auch klar, dass er nicht für den zweiten Wahlgang antreten wird. Ruedi Lüthi war am Sonntagnachmittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.