Ein Modell, das schon fast ausgestorben ist. Nichtsdestotrotz hat sich die Holziker Spitex nun formiert und der Kanton gab seinen Segen. Drei diplomierte Pflegefachfrauen sowie Haushelferinnen aus dem Dorf werden sich ab nächstem Jahr um die Pflegebedürftigen kümmern. Gemeindeammann Peter Lüscher hat ein gutes Gefühl gegenüber dem neuen Spitexmodell. Der Gemeinderat habe sich detailliert damit auseinandergesetzt und sich bewusst dafür entschieden.

Lüscher vermutet, dass man in anderen Gemeinden froh ist, sich in Zukunft keine Gedanken zur Spitex mehr machen zu müssen. Und darum die Gesundheitsversorgung gerne einem grösseren Verband übergibt. Lüscher findet es aber sinnvoller, nahe beim Menschen zu sein. «Damit bekommen wird auch die Kosten in den Griff.» Überhaupt: Überall wo Menschen eingesetzt würden, mache ein solches Vorgehen Sinn.

Mehr Arbeit für Holziker Spitex

Ob die Dorfspitex für die Holziker Steuerzahler wirklich günstiger ist, sei abhängig von der Anzahl Fälle. «Wenn überdurchschnittlich viele Menschen Pflege benötigen, wird es bei uns teurer als bei der Spitex Suhrental Plus.» Lüscher verschweigt auch nicht, dass es einfacher ist, bei einer grossen Spitexorganisation zu arbeiten als bei der kleinen Holziker Spitex.

«Es braucht bei uns mehr Flexibilität.» Im Gegenzug müssen die Mitarbeiter am Abend nicht noch zu Hause rapportieren und der persönliche Bezug zu den Patienten sei gegeben. Der Kanton ist nicht gegen das Holziker Modell. «Möglich ist, was das Gesetz zulässt und das Mindestangebot nicht tangiert», sagt Balz Bruder, Mediensprecher des Departements Gesundheit und Soziales.

«Sicher klappts»

Eine der drei neuen Holziker Pflegefachfrauen ist Karin Adamczewski. Sie hat im April zusammen mit zwei Berufskolleginnen eine private Spitexorganisation gegründet (spitex-pflege.ch). Die Pflegefachfrauen haben einen Leistungsvertrag mit Holziken ausgearbeitet. Ob das klappen wird mit dem Sonderweg von Holziken? «Aber natürlich», sagt Adamczewski, die über jahrzehntelange Spitex-Erfahrung verfügt und auch in leitender Funktion bei der Spitex Unterentfelden war. Sie begrüsst es, dass sich eine kleine Gemeinde Gedanken macht und einen eigenen Weg geht. «Nur weil alle andere in die gleiche Richtung rennen, muss das nicht das Richtige sein.»