Fusion

In einem Jahr beginnt der Wahlkampf in Reitnau und Attelwil von neuem

Die Ortstafel Attelwil.

Die Ortstafel Attelwil.

Die Gemeinden entscheiden in Kürze über ihre Heirat. Ein Blick in den Ehevertrag.

Die Zeichen stehen gut, dass am 21. September die Gemeindeversammlungen von Reitnau und Attelwil für eine Fusion stimmen. Beide Gemeinderäte stehen dahinter und in der Bevölkerung ist bis anhin kein grösserer Widerstand zu spüren. Die Details regelt ein Vertrag in 40 Punkten. Aus diesem ergeben sich einige Neuerungen, auf die sich die Bewohner einstellen müssen.

  • Der Gemeindename

Die fusionierte Gemeinde wird Reitnau heissen. Auch das Wappen wird dasjenige von Reitnau sein. Attelwil wird zu einem Ortsteil und behält seine Ortstafel und Postleitzahl.

  • Gemeinderatswahlen

Am 24. September finden in beiden Gemeinden regulär Wahlen statt. 2018 wählen die Stimmbürger die fünf Gemeinderäte, die ab 2019 für die restlichen drei Jahre der Amtsperiode in der fusionierten Gemeinde walten werden. Für diese Wahlen werden zwei Wahlkreise gebildet. Aus dem Wahlkreis Reitnau werden drei, aus demjenigen von Attelwil zwei Gemeinderäte gewählt. Die Wahl von Ammann und Vizeammann erfolgt in einem separaten Wahlgang. Für alle künftigen Wahlen wird nicht mehr in Wahlkreise unterteilt.

  • Steuerfuss

Der Steuerfuss von Attelwil liegt momentan bei 98 Prozent, derjenige von Reitnau bei 117 Prozent. Attelwil konnte seinen Steuerfuss bisher dank den Beiträgen aus dem Finanzausgleich tief halten. Unter dem neuen Finanzausgleich fallen deutlich weniger Zuschüsse an, wie viel weniger, das ist noch nicht gänzlich abschätzbar. Für die fusionierte Gemeinde ist ein Steuerfuss von 114 Prozent bis ins Jahr 2022 vorgesehen. Die Stimmbürger werden darüber an einer gemeinsamen Gemeindeversammlung abstimmen. Die Eigenkapitale der Gemeinden und der kantonale Fusionsbeitrag von 3,8 Millionen Franken erlauben, dass der Steuerfuss nicht gleich nach der Fusion hochschnellt. Ab 2022 könnte der Steuerfuss dann zwischen 117 und 125 Prozent zu stehen kommen.

  • Künftiges Entsorgungssystem

Die unterschiedlichen Entsorgungssysteme werden vereint. Das Konzept ist eine Grundgebühr mit gewichtsabhängigen Gebühren. Mit dem Systemwechsel muss Attelwil Container anschaffen.

  • Meliorationen

In Attelwil und Reitnau werden noch im laufenden Jahr Meliorationsprojekte öffentlich aufgelegt. Beide Gemeindeversammlungen werden 2018 eigenständig über die Projekte und deren Kosten auf ihrem Gemeindegebiet entscheiden. Umgesetzt werden die Meliorationen ab 2019, wirksam werden sie für die fusionierte Gemeinde nach 2020.

  • Bau- und Nutzungsordnungen

Beide Gemeinden verabschiedeten 2014 neue Bau- und Nutzungsordnungen (BNO). Diese bleiben unverändert bestehen, ebenso die Zonenpläne. Erst nach 10 bis 15 Jahren soll eine ordentliche Revision erfolgen, bei der die BNO und die Zonenpläne vereinigt werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1