Mit weissen, blauen und schwarzen Schürzen stehen sie in der Schulhausküche, die Hobbyköche der «Häxe-Chuchi» Kölliken. Ihre Blicke sind auf die vier Tischchen bei den Kochinseln gerichtet. Fein säuberlich angeordnet liegen darauf Nüsslisalat, Baumnüsse, Sauerkraut, Kartoffeln, Camembert, Schweinekoteletts, Orangen, Gewürze sowie Öl und Essig. Ein Mise-en-Place, bei dem so manch ein Profikoch glänzende Augen bekommen würde. Es ist der erste Abend im neuen Jahr, an dem sich die Männer zum gemeinsamen Kochen treffen.

Kurz nach 19 Uhr. Ehrenkoch Bruno Gerber schreibt das Menü des Abends auf die Wandtafel. Er habe lange überlegt, sagt der Holziker, was er zusammenstellen wolle. Schliesslich habe er sich für das Thema Januarloch entschieden: «Ich wollte zeigen, dass man auch für wenig Geld gut essen kann.»

Der 52-Jährige verteilt die Rezepte des «Januarloch-Choche 2015». Dann weist er die Hobbyköche darauf hin, dass die Gerichte heute nicht auf Tellern, sondern in Blumenübertöpfen, in ausgehöhlten Baumstämmen, auf Holzbrettern oder auf Spiegeln serviert werden. «Dann müssen wir heute ja gar nicht abwaschen», jubeln die Männer.

15 Hobbyköche sind am Herd

Jedes Mitglied ist im Turnus für einen Kochabend verantwortlich. Was es jeweils zu kochen und anschliessend zu essen gibt, wird erst am Abend preisgegeben. 15 Männer gehören zurzeit dem Kölliker Kochklub an, der Jüngste ist 33, der Älteste 57. Über Mitgliederschwund können sich die Hobbyköche nicht beklagen, zeitweise mussten Interessierte gar auf Wartelisten. «Jeder ist willkommen», sagt Stefan Möri, der Bruno Gerber nach 16 Jahren als Präsident abgelöst hat. «Bei uns muss man kein Profi sein», so der Kölliker. Der Spass am Kochen sei das Wichtigste.

Tatsächlich ist die Stimmung in der Schulküche ausgelassen. Die Männer schneiden, rühren, pürieren und braten, was das Zeugs hält, sie witzeln und nehmen sich gegenseitig auf die Schippe. Adi Ernst deckt im angrenzenden Schulzimmer den Tisch. Der gebürtige Holziker ist der Dienstälteste: Seit 25 Jahren ist er in der «Häxe-Chuchi» dabei. Dass er inzwischen im Kanton Nidwalden wohnt, hält ihn nicht davon ab, regelmässig nach Kölliken zu fahren. Neben dem gemeinsamen Kochen mag der 57-Jährige auch die Kameradschaft.

Knöpfliteig blieb flüssig

Viel gelacht habe Adi Ernst in der «Häxe-Chuchi»: Beispielsweise als das Salz mit dem Zucker verwechselt, das Toast-Brot für die Pilzschnitte im Ofen vergessen oder statt ein Deziliter Milch ein Liter in den Knöpfliteig gegossen wurde. «Derjenige musste am selben Abend alle Zutaten noch einmal kaufen gehen», sagt Adi Ernst lachend.

Glücklicherweise ist den Hobbyköchen am «Januarloch-Choche 2015» kein grösseres Missgeschick passiert. Nach fünf Gängen sind die Bäuche voll, die Weingläser fast leer. Wie an jedem Kochabend wird auch jetzt versucht, das Menü kritisch zu beurteilen. «Bruno», sagt Hobbykoch Stefan Häfeli, «das Essen war sehr gut.» Es gäbe nichts auszusetzen. Auch die Idee, die Gänge nicht auf Tellern anzurichten, sei sehr kreativ gewesen. Bruno Gerber strahlt und sagt: «Danke, dass ihr so gnädig wart.» Die Männerrunde lacht.

Der nächste Kochabend steht im Februar an. Dann werden die Männer das Menü des Gala-Diners von Mitte April vorkochen. Am «Häxe-Chuchi»-Jahresanlass in der Holziker Mehrzweckhalle werden rund 150 Gäste erwartet und insgesamt acht Gänge serviert. Beim Diner helfen auch die Frauen der Hobbyköche mit, am Herd werden sie aber nicht stehen. Das ist den Männern vorbehalten, seit 43 Jahren.