«Bäume und Kinder wachsen gleichzeitig auf und es wird spannend sein, in 20 Jahren zu schauen, wie sie sich entwickelt haben», sagte Urs Wunderlin, Gemeindeförster von Oberkulm, anlässlich der Bäumlipflanzaktion.

Seit 22 Jahren lässt der Natur- und Vogelschutzverein Oberkulm in Zusammenarbeit mit dem Förster ein kleines Wäldchen für die Neugeborenen anpflanzen. Am Samstag waren Bäume für die Babys mit Jahrgang 2018 an der Reihe. Urs Wunderlin und sein Team hatten im Gebiet Ischlag einen Platz vorbereitet und bereits Douglasien gesetzt.

Am Freitag, dem Pflanztag durften die Mütter und Väter für ihre Jüngsten das Wäldchen mit Buchen und Fichten ergänzen. Auch Grosseltern, Gotten und Göttis halfen tatkräftig mit, die Setzlöcher auszuheben, und die älteren Geschwister drückten eifrig die Erde rund um das Bäumchen fest, damit es gerade stehen kann, und legten sorgfältig Moos dazu. Insgesamt umfasst das Waldstück nun rund 400 Bäume.

Man kann sogar den Dreck essen

«29 Kinder sind letztes Jahr in Oberkulm zur Welt gekommen», berichtete Elisabeth Krack vom Natur- und Vogelschutzverein. Rund 100 Personen trafen sich am Samstagnachmittag beim Soodhüsli, um für die jüngsten Einwohner der Gemeinde ein Wäldchen zu pflanzen. «Wir setzen gleich mehrere Bäume, weil ja nicht alle überleben, und das wäre dann traurig für die Kinder», erklärte Förster Urs Wunderlin. Mit dem ‹eigenen› Wäldchen, das mit einem Schild ihres Jahrgangs gekennzeichnet ist, haben die Kinder einen Bezug zum Wald.

«Wir hoffen, dass dadurch die Eltern vermehrt mit den Kindern in den Wald gehen, denn dieser ist das schönste Spielzimmer, das es gibt. Man kann dort fühlen, riechen, im Dreck graben und sogar davon essen.»

Persönlicher Bezugsort

«Es ist toll, wenn man im Wald einen Ort besuchen kann, zu dem man einen Bezug hat», meinte Marius Aeschbach, Vater der sechs Monate alten Lucy. Auch Andrea Linder und Dani Hächler, die zusammen mit der dreieinhalb Jahre alten Kaia für das Baby Matti Bäumchen pflanzten, freuten sich. «Es ist schön, dass die Kinder selbst auch mithelfen können», sagten die Eltern. «Und man hat dadurch einen Erinnerungsplatz.»