Kölliken

In diesem Haus regiert Gott – und das iPhone

Neu wird die römisch-katholische Kirche Mutter Gottes in Kölliken mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt und ist mit einer Photovoltaikanlage versehen.

Neu wird die römisch-katholische Kirche Mutter Gottes in Kölliken mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt und ist mit einer Photovoltaikanlage versehen.

Auch in Gotteshäusern wird die Haustechnik heute per Smartphone gesteuert – die Sanierung der römisch-katholischen Kirche ist auf Kurs.

«Die Arbeiten an der römisch-katholischen Kirche Mutter Gottes in Kölliken sind auf Kurs – einer Wiedereröffnung im August 2017 steht nichts im Weg», sagt Werner Ryter in seiner Funktion als Kirchenpfleger und Leiter Bau und Infrastruktur des Pastoralkreises Aarau. Die energetische Sanierung befindet sich vor dem Abschluss. Die neue Bodenheizung ist eingebaut, der Boden sowie die Fassaden sind gedämmt. Die südlichen Fenster werden in den nächsten Wochen ersetzt.

«In der Vergangenheit», sagt Baufachmann Ryter, «standen bei der energetischen Modernisierung von Gebäuden nahezu nur die bauphysikalischen und heizungstechnischen Massnahmen im Vordergrund. Gebäude stellen aber ein komplexeres Mensch-Maschine-System dar.»

Gebäudeautomatisierung

Die «Smartifizierung» mache deshalb auch vor den Kirchen nicht halt. Wie wir sie von der Haustechnik her kennen, komme sie seit einiger Zeit mit eigens konzipierten Programmen auch in Kirchen zur Anwendung. «Gebäudeautomatisierung erleichtert seit einigen Jahren den Betrieb in den Kirchen. Die intelligente Vernetzung der technischen Einrichtungen kommt auch in der Kirche Mutter Gottes in Kölliken zur Anwendung – so bei der Heizung, der Beleuchtung und dem Schliesssystem», erläutert Ryter. Apropos Heizung: Eingebaut wurde neu eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. «Für eine Grundwasserwärmepumpe reichte die Ergiebigkeit des Grundwassers nicht aus.» Das habe ein vorgängiger Pumpversuch gezeigt. «Auch die Kirche soll ihren Beitrag zur Energiewende leisten.»

Ein zusätzliches energetisches Potenzial wurde genutzt, indem das Süddach mit Solarmodulen ausgerüstet ist. «Die flächige Indach-Montage ohne Spiegelungen trägt der klaren Giebeldachform und des schlichten Baukörpers Rechnung», sagt Ryter. Als eine der nächsten Aufgaben stehen Umgebungsarbeiten an. Im Süden wird angrenzend an die Kirche ein ebenerdig vom Saal zugänglicher Aussenraum angegliedert.

Stühle statt Kirchenbänke

Für Sanierung und Umbau hatten die Kirchgenossen im November 2015 einen Baukredit von 2,1 Millionen Franken bewilligt. Zuvor wurde innerhalb der Kreiskirchgemeinde Aarau eine breite Grundsatzdiskussion darüber geführt, ob die Kirche abgebrochen oder erneuert werden soll. «Wir sind damals zum Schluss gekommen, diese Kirche muss erhalten bleiben», sagt Werner Ryter. Das mit der Sanierung gesteckte Ziel lautete, mehr Nutzungsflexibilität zu erreichen. «Die Kirchenbänke werden durch eine flexible Bestuhlung ersetzt.» Das erste Viertel der Kirche wurde mit einem Foyer, einer Garderobe, einem behindertengerechten WC und einer Küche umgestaltet.

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