Kreisschule aargauSüd

In der Schulraum-Diskussion fühlt sich Gontenschwil mehrfach benachteiligt

Das Ex-Oberstufenschulhaus Gontenschwil.

Das Ex-Oberstufenschulhaus Gontenschwil.

Die Kreisschule aargauSüd führt zu leeren Schulräumen. Paradoxerweise fehlen solche im benachbarten Reinach.

Im Prozess zur Bildung der Oberstufenkreisschule aargauSüd ist Gontenschwil der grosse Verlierer. Ab August müssen seine Oberstufenschüler ins übernächste Dorf, nach Menziken. Dafür stehen dann im Gontenschwiler Oberstufenschulhaus (genannt «Crèmeschnitte») Schulräume, aber auch Nebenräume, Schulküche, Chemie-­/Physiklabor, leer. Und die Teilbenutzung der Sportanlagen, Teilbenutzung Aula und der Werkräume entfällt.

Die nicht mehr benötigten Räume sind aktuell zur Vermietung ausgeschrieben. Warum erst jetzt? Weil Gontenschwil von einem vermeintlich guten Interessenten für vertiefte Abklärungen monatelang hingehalten worden ist. Die definitive Absage kam erst vor wenigen Wochen. Es gibt aber bereits ein paar neue Interessenten für jeweils einen Raum.

Doch ist noch unklar, ob sich diese wirklich bewusst sind, dass in der Schulanlage Husmatte eigentlich nur eine schulnahe Nutzung in Frage kommt. Und, dass es sich um besteingerichtete Schulräume handelt. Mit den Interessenten wird nach den Sommerferien gesprochen.

Schulraum im Oberen Wynental eigentlich eher knapp

Frau Gemeindeammann Renate Gautschy sagt: «Dass wir nicht Schulstandort bleiben konnten, das war klar. Dass unser sehr guter Schulkomplex als Anlage nicht in die riesengrosse neue Oberstufenkreisschule integriert wurde, das schmerzt immer noch.»

Dies umso mehr, als im Oberen Wynental Schulraum eigentlich eher knapp ist. Was sagt man in Gontenschwil zu den aktuellen Reinacher Plänen? «Die Gemeinde schafft zunehmend selber Raum. Das insbesondere auch mit dem beantragten Kauf des KV-Schulhauses», erklärt Gautschy. Das KV-Schulhaus wurde vom privaten Besitzer renoviert. Die Schulinfrastruktur wurde durch eigen erwirtschaftete Mittel des KV auf dem neusten Stand gehalten. Die KV-Gemeinden haben mit den Schulgeldern ihren Beitrag daran geleistet. «Eine Überraschung, dass nun Reinach dieses Schulhaus kaufen will, ist es für Gontenschwil nicht», sagt Gautschi.

Die Gemeindeversammlung Gontenschwil hat dem Gemeinderat den Weg gewiesen, ist man doch nicht einverstanden damit, wie die bisherige, 2005 entstandene Oberstufenkreisschule Homberg aufgelöst werden soll.

Gontenschwil fordert eine Abgeltung für seine nicht mehr benötigten Schulräume. Die anderen Gemeinden (Beinwil am See, Birrwil, Leimbach, Reinach und Zetzwil) waren bisher nicht bereit, zu zahlen. Selbst das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) machte an einer versuchten Einigungsverhandlung den Vorschlag, die Gemeinde Gontenschwil für die zukünftigen Ausfälle zu entschädigen/abzugelten. Alle Einigungsverhandlungen sind aber gescheitert. Jetzt wird prozessiert. Das Verfahren ist vor Verwaltungsgericht hängig.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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